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Sebastian Gerhard

Gadget-Review: Nero Trigger

Posted Juni 20th, 2013 in allgemein, fotos, Fototutorial by Sebastian

“Habenwollen” war mein erster Gedanke, als ich den Nero Trigger zum ersten mal sah. Wer mein Blog aufmerksam liest weiss, dass mich das Thema “Blitze fotografieren” schon länger beschäftigt. (-> siehe Tutorial Blitze fotografieren).

Der Trigger ist aber nicht nur ein optischer Auslöser, sondern ermöglicht auch Sound und Laser-Auslösung und ist mit einer DIY-Schnittstelle ausgestattet. Auslösen tut er eine Kamera, ein Blitzgerät oder beides – je nach Wunsch und Anwendungszweck. In der Box ist der Nero Trigger mit Batterie, ein Anschlusskabel für den jeweiligen Kameratyp sowie ein Blitzauslösekabel. Vom Emo bis zur Barbie ist für jeden was dabei, denn man kann sich eine Farbe aus Schwarz, Rot, Orange, Blau, Grün oder Pink aussuchen. Getestet habe ich ihn an meiner Nikon D3, für alle gängigen Kameratypen (Nikon, Canon, Olympus) gibt es aber passende Kabel. Ein kleines (englisches) Anleitungsheftchen komplettiert den Karton, benötigen tut man es aber nicht.

Der Trigger hat unten einen Kameraschuh-Fuss, so das man ihn bequem auf der Kamera anbringen kann. … mehr »

Lightroom 5.0 – Warum Smartvorschauen eine Offenbarung sind.

Posted Juni 11th, 2013 in allgemein, Fototutorial, Tutorials by Sebastian

 

 

Und alle so Yeah: Lightroom 5.0 ist da. Flott angeschmissen – und nun? Nunja, ein paar nette Sachen sind dabei, aber war das einen ganzen Versionssprung wert?

Fakt ist – von dem ursprünglichen LR4 sind wir mit LR5 schon ein gutes Stück entfernt. Über die neuen Features, vor allem das grandiose Verzerrungs/Aspektmodifzierungstool und den jetzt als Reparaturpinsel nutzbaren Wegstempler dürfen die anderen gerne mal schreiben.  Ich möchte hier etwas vorstellen, was für meinen persönlichen Workflow eine Offenbarung ist und in den anderen Reviews eher unter “ferner liefen” fiel: Die Smartvorschau.

Bisher habe ich meine RAW-Dateien in Lightroom eingelesen, bearbeitet, in .DNG konvertiert (damit die Einstellungen unabhängig vom Lightroom-Katalog in einer Datei gespeichert sind) und abgespeichert. Ich habe Bilder auf meinem Rechner zuhause, auf dem im Büro und auf meinen beiden Laptops. Eine automatische Synchronisation scheiterte aufgrund der Datengrössen: Von einem Fotojob bringe ich gerne mal 25GB mit nach Hause, das synchronisiert sich nicht über Nacht via AeroFS (So etwas wie Dropbox in privat und unbeschränkt), schon gar nicht von einem Laptop  von unterwegs aus. Wollte ich ein Shooting zuhause und im Büro bearbeiten, musste ich Festplatten durch die Gegend tragen, und hatte trotzdem nachher jede Datei mindestens doppelt und ein Chaos beim Synchronisieren, welche neu bearbeiteten Bilder ich auf welchem Rechner hatte.

Damit ist jetzt Schluss, dank den von mir schon lange herbeigesehnten Smartvorschauen. Denn wie wir alle Wissen (sollten) bearbeitet man in Lightroom nie am RAW-Original sondern immer an irgendwie gearteten Vorschauen. Es ist also technisch gar nicht wichtig, wo das Original liegt, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich eine Datei exportieren will. Und ein diesem Prinzip innewohnender Vorteil wurde jetzt auch Nutzbar gemacht, indem nun Originaldatei und die Vorschau, an der wir bearbeiten gar nicht mehr physikalisch an einem Ort sein müssen.

Mit LR5 habe ich also nun die Möglichkeit, Smart-Vorschauen zu generieren, in der Praxis also eine Bearbeitungsdatei. Ich erzeuge sie, indem ich in der Bibliotheksansicht unter Vorschauen “Smart-Vorschauen erstellen” auswähle, während die betreffenden Bilder markiert sind. Alternativ kann ich dies gleich beim Importieren durch anklicken des Hakens “Smart-Vorschauen erstellen” erreichen. Es reicht also, den Katalog mit den Smartvorschauen zu synchronisieren, die Originale können an einem Ort verbleiben.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Verwaltung des Altbestands an Daten: Ich bin beim Umstieg auf LR4 dazu übergegangen, alle meine Fotos seit Anbeginn in einem einzigen Katalog zu verwalten. Durch die Smartvorschauen kann ich diesen trotzdem voll nutzen, obwohl ich einige Terabyte der ganz alten Bilder bereits auf eine externe NAS ausgelagert haben” erledigt habe. Diese sind ca. 1 MB pro Bild gross, im Gegensatz zu meinen 20-30MB pro originaler .NEF-Datei, und die lassen sich nun einfach übers Netz mit anderen Arbeitsplätzen synchronisieren. Ein 1200-Bilder Shooting schrumpft so von ~25GB Originaldaten auf ca. 1GB Größe zum Bearbeiten.

Viel Spass beim Lightroomen!

(Disclosure: Der Dropbox-Link schenkt mir und dir 500GB mehr Platz bei Anmeldung)

Rezension “Posing und Modelführung”

Posted Mai 20th, 2013 in allgemein, meinung by Sebastian

Das Softcover-Buch mit gut 200 Seiten aus dem Sybexverlag widmet sich einem unterschätztem Thema – der Modelführung. Ein erfolgreiches Shooting hängt zu einem großen Teil von stimmigen und ästhetischen Posen ab – Outdoor, aber vor allem im Studio, wo Interaktionsmöglichkeiten mit Gegenständen eingeschränkt sind und per se erstmal eine “sterile” Umgebung herrscht. Grade Anfängermodelle aus den vielfäligen Modellverzeichnissen verlassen sich leider allzuoft darauf, gut auszusehen und begreifen erst mit der Erfahrungslernkurve, dass Posingkenntnisse eine unverzichtbare Kunst sind.
Kann das Modell posen, kann ich mich als Fotograf voll auf meinen Blick für Linien und Ästhetik konzentrieren, und es gibt Modelle, die schneller posen als ich klicken kann (siehe Videolink am Ende der Rezension). Wenn das Modell aber einfach im Licht steht und auf Anweisungen wartet, bin ich gefordert sie so anzuweisen, dass sich ergibt was ich mir vorstelle. Und wie ich immer wieder gemerkt habe fehlt mir die Konzentration, die ich in die Modelführung stecke in der Kreativität im Bild. Grade in der kommerziellen Peoplefotografie hat man aber ständig mit dem zweiten Fall zu tun – ich fotografiere viele Anwaltskanzleien, Arztpraxen und kleine Unternehmen, und all die Leute standen meist noch nie professionell vor einer Kamera und oft wurden sie vom Chef zum Fototermin zwangsbeordert und haben dementsprechend wenig Lust, ihr Bestes zu geben. Daher sind Modelführungsfertigkeiten für jeden Fotograf ein absolutes Muss.

Wolfgang Armbruster beginnt sein Buch mit einem kleinen Grundlagendurchflug über Modellfindung, Equipment und Licht, illustriert mit schönen Beispielfotos aus seinem Fundus. im Kapitel “Kommunikation” kommen wir dann dem Thema näher – hier hat mir besonders “Fehler und Tabus” gefallen, wo einige wirklich sehr häufig zu beobachtende No-Go’s mit Beispielen gezeigt werden – Angepresste Oberarme, die dick wirken, von Kleidung verdeckte Finger, durchgestreckte Knie.

Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich dann mit verschiedenen Shootingbereichen (Beauty, Fashion, Business, Akt…) und erklärt anhand von Beispielbildern einige (wenige) Posen, aber vor allem anhand jeweils eines Beispiels welche Anweisungen zu genau der Pose geführt haben (Kinn heben, Mund leicht öffnen, Kopf minimal verdrehen, etc). Dies hilft vor allem Anfängern, ein Gefühl für die Gestaltbarkeit einer Pose zu entwickeln.


Beispielseite aus dem Buch

Etwas verwunderlich ist der jeweils angefügte (aber zugegegbenermassen sehr kurze) Absatz zum Thema Postprocessing. “Entfernen sie störende Schneeflocken” – “Dazu gibt es zahlreiche Verfahrensweisen, mit denen die Haut sozusagen ‘geglättet’ wird… – das hat mit dem Thema nichts zu tun, kaum realen Nutzwert und hätte man sich sparen können.

Fazit: Ein Buch, das eine Lücke vieler anderer Werke behandelt und meiner Meinung nach für Amateurfotografen wie auch für Amateurmodelle durchaus sinnvoll ist. Aber es bleibt an der Oberfläche und lässt viele Tipps zu konkreten neuen Ideen vermissen. Auch fehlen Tipps für Posings mit zwei und mehr Personen völlig – Päärchenshoots und Gruppenbilder sind aber Herausforderungen, die jedem Fotografen über den Weg laufen. Es soll ja kein Posingkatalog sein (und ist es auch nicht!), aber wer einmal verstanden hat welche Gelenke und Muskeln an einem Model gestalterisch einsetzbar sind, der blättert den Hauptteil des Buches eher schnell durch, denn es finden sich oft (zugegebenerweise: gut ausformulierte) Selbstverständlichkeiten:. “Wenn sie durch eine Pose beispielsweise Aggressivität darstellen wollen, bitten sie ihr Modell, sich in eine Angriffshaltung zu begeben”. Wer am Anfang steht oder schüchtern ist und öfter hilflos vor einem Amateurmodell stand, dem kann das Buch die richtige Richtung vorgeben.

Posingfähigkeiten sind also essentiell – Denn je mehr Posen ein Modell beherrscht, desto kreativer sind die Möglichkeiten für den Fotografen. Man muss ja nicht gleich Coco Rocha werden – 50 perfekte Portraitposen in 30 Sekunden ist mal eine Schlagzahl die es nur in der Oberliga gibt.

Posing und Modelführung im Fokus
Mai 2013 | 26.99 Euro (z.b. hier bei amazon)
ISBN 978-3-527-76036-7 – Wiley-VCH Verlag, Weinheim

 

“underwater love” – Vernissage im Castillo

Posted Februar 4th, 2013 in allgemein by Sebastian

Es wäre mir eine Freude, Sie, Euch oder Dich in einer Woche am 11.02.2013 ab 19:00 Uhr im Castillo in Hannover begrüssen zu dürfen. Zu sehen gibt es viele spannende Menschen und eine tolle Location. Bestellen könnt ihr feinste Tapas und betreutes Trinken. Knüpft und werkt Kontakte und Netze, diskutiert mit anderen über Sinn und Unsinn von Vernissagen oder das letzte 96-Spiel. Oder eben das Wetter. Und passend dazu hängen ein paar Unterwasserbilder von mir an den Wänden. Wenn das nix ist…

TfP und wie man als Modell die Wahrscheinlichkeit eines Shootings radikal erhöhen kann

Posted Februar 1st, 2013 in allgemein, meinung by Sebastian

Neulich bekam ich eine Nachricht über Facebook von einem Model, die meinte es wäre sehr schade das ich mich nicht mehr gemeldet hätte. Wir sind dort nicht befreundet, ich habe mit ihr auch nicht geschrieben. Ich schaute dann bei der Model-Kartei vorbei, auch dort fand ich sie nicht. Schlussendlich hatten wir vor 15 Monaten auf Stylished wenige Zeilen ausgetauscht und waren so verblieben, das wir prinzipiell mal ein Shooting vereinbaren wollen, wenn es sich anbietet.

Ich habe bei Facebook über 2000 Kontakte und kriege pro Woche 2-3 Shootinganfragen. Die meisten lauten so ähnlich wie “Hey, machst du auch TfP? (*1)“. Damit ist nichts falsch – ich finde es gut, erstmal generell zu klären, ob man sich das gegenseitige miteinander Arbeiten überhaupt vorstellen kann. Es gibt Menschen – da will ich ganz ehrlich sein – bei denen weiss ich von Anfang an: Nein, mit dem oder der möchtest du nicht shooten, weil keine Bilder entstehen würden, die mich weiterbringen. (Dies bezieht sich allerdings nur auf TfP-Shootings.). Bei solchen Kandidaten sage ich sehr höflich aber direkt eben genau dieses – das ich mir ein Shooting auf TfP-Basis nicht vorstellen kann, ich aber einen guten Preis für einen Fototermin machen würde. Das ist am fairsten für beide Seiten. Je nach Gemütslage kommt dann irgendwas zwischen einem “Ok” und einem “Arrogantes Arsch, deine Bilder sind eh scheisse, eigentlich müsstest du *mich* bezahlen!” zurück. Kommt dann in die Sammlung und gut ist.
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Fashionshoot: Making of

Posted Januar 6th, 2013 in fotos by Sebastian

Making of von einem Fashionshoot mit Kleidern der Designer Marijke Wehr und Danny Hanel von der fahmoda in Hannover. Modelle sind Paula, Laura und Celina, Visagistin ist sophie Kossack. Das Video haben die Kollegen Florian und Dieter von enjoyyourcamera.de gemacht.

Die kleinen Dinge des Lebens…

Posted Januar 4th, 2013 in fotos, Fototutorial by Sebastian


Neulich bei einem Pressetermin hab ich etwas geniales gesehen: Bei dieser Art von Fototerminen hat man oft das Problem, weit vom Motiv entfernt zu sein sowie viel Blitzen zu müssen. Ich wechsle bei dieser Art von Jobs oft zwischen Hoch- und Querformat. Das selbe Motiv in Hoch- und Quer ergibt schon wieder ein Bild mehr für die Agentur, auch wenn das Motiv ansonsten mimisch oder kompositorisch nichts hergibt ;) Hier ergibt sich aber das Problem, das der Aufsteckblitz auf einmal seitlich schiesst. Das geht sehr oft in die Hose. Es gibt sogenannte Flash-Brackets, die vor allem die amerikanischen Hochzeitsfotografen populär gemacht haben. Dabei wird der Blitz auch im Hochformat immer oben gehalten, doch sind diese Halterungen recht sperrig und bei solchen Terminen bin ich über jedes Gramm, das ich nicht tragen muss, sehr glücklich. Nun entdeckte ich also bei dem Kollegen dieses kleine unscheinbare Schräubchen:

Auf den drehbaren Fuss des 70-200 gesetzt, bietet die 1/4″-Doppelschraube eine perfekte Halterung für den Systemblitz, und lässt sich Blitzschnell Hoch- bzw. Querformatkompatibel drehen. Und die 5 Gramm der Schraube fallen in der Tasche wirklich nicht ins Gewicht.

Auch wenn das auf den ersten Blick etwas gestückelt aussieht – es hält Bombenfest, ist flexibel und man kann die Lösung immer problemlos dabei haben. Für mich eine must-have-1-Euro-Investition in der Fototasche. Mit einer kleinen Unterlegscheibe lässt sich der Standfuss des Systemblitzes so ausrichten, das er genau nach vorne zeigt und trotzdem fest sitzt.

Nachtrag: Da einige Leute fragten, wie man damit auslöst: Natürlich mit einem TTL-Kabel oder einem Funkauslöser. Das sieht folgendermassen aus (Foto ist nicht schön, aber selten ;) )

Tutorial: Beelitz-Beach

Posted Dezember 27th, 2012 in allgemein, Fototutorial by Sebastian

Yay! Endlich wieder ein Blogpost :) Hat ja auch gedauert. Sorry – war einfach zu viel zu tun in den letzten Monaten. Und diesmal gleich wieder ein Tutorial. Für viele ist Bildbearbeitung ja synonym mit einem Klick auf das Photoshop-Icon. Ich selbst bin ja bekennender Photoshoplegastheniker und mache fast alles in Lightroom – nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich es nicht anders gelernt habe. Da ich mich heute mit dem von mir sehr geschätzten Fotografen Andreas-Joachim Lins über meine und seine Bildbearbeitungsarten ausgetauscht habe, wollte ich resümierend mal einen typischen Bearbeitungs-Workflow von mir zeigen. Einige kennen das Bild das ich hier bespreche bereits von meiner Facebook-Fanpage – es entstand bei meiner letzten Tour durch die Beelitzer Heilstätten mit der bezaubernden Roxana Dellamorte, Haare und Makeup sind von Monika Metzner und das Kleid vom Brautstudio Sorsum.

Zum Setting: Das Kleid ist luftig-locker und schön bunt, also wollte ich dieses Sommerfeeling irgendwie konservieren. Damit sich die Lockerheit bis in die Haare fortsetzt, hat ein Helfer freundlicherweise mit dem Sunbouncer gewedelt. So kann man mit einmal Wedeln einen Luftstrom prima dosieren und hat auf dem Foto den perfekten Haarwehe-Zeitpunkt. Dazu kam von Modelseitig-vorne ein kräftiges Mittagslicht, was man an den Flecken auf dem Geländer und der Hand noch gut sieht. Das Gesicht hat ein weiterer Helfer mit einem Diffusor abgeschattet, so das hier das Licht gleichförmig fiel und wir eine ansprechende Gesichtsschattierung erreichten.

Einstellungssache: Bei Iso 1000 und einer 1/2500 Sekunde Belichtungszeit genügte hier eine Blende 3.5 um Gesicht und Haare knackscharf, Vorder- und Hintergrund aber in einer sanften Unschärfe zu haben. An meiner D3s war hier ein Nikon 70-200/2.8 VR, gezoomt bei knapp über 100mm, dadurch praktisch Verzerrungsfrei. So sah es direkt aus der Kamera aus:

Problemzonen: Ein bischen verwirrend sind die sehr hellen Lichtflecke auf dem Kleid und der Hand, die in der Rohversion doch sehr vom Gesicht ablenken, und die ich auf jedenfall angleichen wollte. Dazu hatte ich mir einen gelblichen, sepiösen Farbton vorgestellt, der ein bischen an alte Fotos erinnert ohne gleich in das typische Sepia-Klischee zu verfallen.

Das grobe zuerst: Als erstes beschneide ich meine Bild, um ein kompositorisches Gleichgewicht herzustellen. Hier habe ich ein gutes Stück vom Kopffreiraum weggecropt, damit das Bild ins Gleichgewicht kommt und das Kleid bildwichtiger wird. Als nächstes kommt eine Teiltonung ins Bild: Die Lichter tone ich leicht grünlich (Farbton 61), die Schatten rosiger (Farbton 308), mit einem Abgleichswert von -7, was in der Mischung nicht ganz nach Sepia aber trotzdem etwas gealtert aussieht.

Ich habe natürlich mehrere Farbkombinationen ausprobiert, bin aber bei dieser hier hängen geblieben. Praktisch habe ich dazu mehrere Schnellvorlagen, die ich durch Mauszeiger-Drüberschwebenlassen in Sekundenschnelle durchtesten kann.  Danach habe ich den  Weissabgleich minimal (Um etwa 200 Kelvin) wärmer eingestellt. Insgesamt hat die Haut nun einen leichten Rotstich, fast schon Sonnenbrandig.

Das behebe ich im HSL-Modul: Hier  gehe ich  zur Rot-Sättigung und nehme diese ganz ordentlich zurück (-60) und gebe noch ein kleines bischen Blau, Lila und Magenta dazu (je ca. +30) und schon wirkt ihre Haut Sonnenlicht-Goldig.

Um etwas mehr knack ins Bild zu bekommen habe ich danach die Klarheit erhöht (+8) und sowohl Dynamik wie auch Sättigung ein gutes Stück heruntergenommen (-19).

Grundsätzlich gehe ich bei fast allen Änderungen wie folgt vor: Ich schiebe einen Regler vor bis der Effekt ganz eindeutig da ist, um zu sehen ob die Änderung in die richtige Richtung geht. Gefällt mir, was ich sehe, nehme ich ihn zurück, bis ich ihn nicht mehr bewusst als Änderung wahrnehme, kontrolliere dann mit Vorher/Nachher und feinjustiere anschliessend. Geht praktisch schneller als das schreiben des Erklärungssatzes hier dazu :)

Jedenfalls sind als nächstes die Lichter dran: Hier wird dank des guten Dynamikumfanges der RAW-Daten verlustlos ein wenig reduziert (-11) um die überstrahlten Lichtflecken nicht ganz so dominant wirken zu lassen. Mit einer kleinen Tiefenanhebung (+14) und Schwarzwertanhebung (+9) kommt auch noch die Struktur in den Haaren wieder zum Vorschein und gibt dem ganzen einen etwas zarteren Look. Manchmal vignettiere ich nun noch ganz dezent, oder schau ob ich minimal entrauschen möchte, bei ISO 1000 an der D3s gibt es dazu aber keine Veranlassung.

Als letztes gebe ich mit dem Bereichsreparaturpinsel noch eine homöopathische Dosis Schärfe über die Augen (Schärfe +6), und einen ebensozarten Schuss Klarheit (+4) ins das Muster des Kleides. Ob das wirklich einen (sichtbaren) Effekt hat weiss man nicht, aber Schaden tuts auch nicht. Einfach dran glauben. Homöopathie halt ;)

Insgesamt hat die Bearbeitung nicht ganz 5 Minuten gedauert und ergibt folgendes Bild:

 

Tutorial: Feuerwerk fotografieren

Posted Juni 10th, 2012 in allgemein, fotos, Fototutorial, Tutorials by Sebastian

Feuerwerke fotografieren ist eine tolle Sache, bei der man schnell zu überzeugenden Ergebnissen kommen kann, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Genausoschnell kann man sich einen ganzen Shoot versauen, wenn man simple Fehler macht ;) Da ich beides aus Erfahrung kenne, hier mal ein paar Grundlagen:

1.) Licht fotografieren

Normalerweise fotografieren wir Objekte, die Licht reflektieren – Menschen in der Sonne, im Studio, ein Haus etc. Bei Feuerwerken fotografieren wir aber die Lichtquelle selber – und das auch noch Nachts. Das heisst: Wir haben eine extrem dunkle Umgebung und unser Motiv ist extrem Hell und bewegt sich auch noch. Und wir wollen also die Lichtquelle in der Bewegung einfangen, also die Schweife der Raketen bis zur sich öffnenden Schussblume am Himmel. Das bedeutet: Wir brauchen lange Verschlusszeiten und eine ruhige Kamera. … mehr »

Ich bin käuflich!

Posted Mai 29th, 2012 in allgemein by Sebastian

Ich fotografiere ja recht viel, doch nur ein homöopathischer Bruchteil der Bilder erreicht die Offlinewelt in Form von Prints. Genaugenommen habe ich aus den zehntausenden von Bildern vom letzten Jahr genau 4 für mich printen lassen. Ein Print ist final. Wenn das wer anschaut, sieht es so aus wie es ist – ich bin aber in der Web-Welt geboren, mit einer Löschen-oder-Rückgängig-machen Taste im Blut. Es fällt mir sehr schwer, ein Bild flügge werden zu lassen und es zu printen, weil es danach auf sich allein gestellt ist, man mich an einem finalen Status messen wird.

Der Galerist meines Vertrauens, Torsten Winter, (im Bild links unten) von der Roxy-Galerie in Hannover überredete mich nun, drei meiner Bilder für seine Themenausstellung “… not a fetish” zur Verfügung zu stellen, was ich gerne machte.  Und nun hängen drei meiner Bilder an einer Wand, hinter Glas, mit einem Preisschild – bezeichnenderweise weibliche Füsse mit dem Titel “Bodenständig” – und warten auf die Interessenten der kommerziellen Kunstwelt. Ich bin gespannt, was die Füsse so erleben – und Danke Torsten für die Chance :)

Facebook: Galerie für Fotografie Winter