eMails mit falschen Absender fallen heutzutage nicht mal mehr unter “Hacking”, sondern sind eine der leichtesten Fingerübungen für jeden, der sich auch nur mit den Grundlagen von Programmierung im Web beschäftigt. Auch sonst lässt sich im Netz fast alles verändern, und erst vor kurzem fingen die Browser an, selber nachzuschauen, ob hinter der vermeintlichen Webseite auch wirklich die steckt, die man erreichen wollte.
Ein Punkt fehlt jedoch noch im digitalen Fälschungskabinett: die MSN, also die Rufnummernübermittlung per ISDN war bisher vom Laien nicht so ohne weiteres zu ändern. Diese Marktlücke füllt nun die Firma Spoofcard.com, bei der man telefonminuten kaufen kann, und dann über eine kostenfreie Rufnummer seinen Gesprächspartner erreicht – und bei diesem erscheint dann eine selbst definierte Rufnummer im Display.
Nach einigem Grübeln konnte ich mir sogar einen legalen Anwendungsfall hinkonstruieren: Wenn der Aussendienstmitarbeiter einer Firma vom Eiscafe aus mit der Firmenrufnummer beim Kunden erscheinen will. Illegale Anwendungsgebiete fallen mir hingegen zuhauf ein : Viele Anrufbeantworter, ob Handy, VoIP-Zentrale oder Telefonanlage authentifizieren den Anrufer nur durch die Rufnummer. Und auch ein Anruf bei der lokalen Presse unter der Nummer der Telefonzentrale der Polizei wird sicher viel ernster genommen als unter einer “gewöhnlichen” MSN…
Nutzer dieses Webspielzeugs ist z.B. Promigirlie Paris Hilton, die beschuldigt wird, durch das Spoofen der MSN die Mailbox von Lindsays Lohan abgehört und in Ihrem Namen SMS verschickt zu haben.
Fazit: Trau weder den Einsen noch den Nullen, noch den anderen Zahlen im Display. Und wenn nächstes mal auf eurem Handy die 110 erscheint – dann wollte ich euch irgendwas ganz ganz dringend mitteilen
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 

