Willkommen auf blog2.de

Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking.
Ich freue mich immer über neue Kontakte - Wenn du mit mir über ein Projekt sprechen möchtest, eine Anmerkung hast oder dich einfach auf einen Kaffee treffen möchtest, schreib mir eine eMail an mail@blog2.de, oder sprich mich auf einem der vielen Sozialen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn an - ich freu mich drauf.

Sebastian Gerhard
5

Indonesien, Bundesland Schleswig-Holstein

Anno Domini 2006, der 31. des Oktober in allgemein by Sebastian

Globalisierung – die einen verteufeln sie, die anderen lieben sie. Dank ihr sind wir alle etwas näher aneinander gerückt, vor allem kulinarisch. Wo vor 15 Jahren exotische Spezereien von Spezialimporteuren aus fernen Ländern importiert werden mussten, wir uns “Lifesavers”, “Big Red” Kaugummi mit Zimtgeschmack oder Rootbeer von der Gastfamilie in Amerika umständlich schicken liessen, der japanische Musikstudent nur über Heimaturlaube an seine Tütennudelsuppe kam und niemand ahnte, dass der Chinese um die Ecke ein Vietnamese war und seine chinesische Küche so viel mit China zu tun hatte wie der damalige Bundeskanzler mit dem Internet – finden wir heute beim Asia Shopping Center um die Ecke mehr Auswahl an Tütensuppen als in einem durchschnittlichen japanischen Supermarkt, gibt es Big Red und Rootbeer inzwischen sogar bei Kaufland und wenn man mal was nicht auf anhieb findet, ist es per Mausklick in Sekunden bestellt.

Wie gesagt, vor 15 Jahren war das anders. Und vermutlich sass vor 15 Jahren Werner Lauenroth vor einem Berg nichtverkaufter Krabben und dachte sich: Zum Hering nochmal, was mach ich damit. Irgendein Fischkutterkapitän, der bei Westwind ein bischen weit getrieben war und vermutlich unfreiwillig in Indonesien vor Anker ging, streichte sich die Krümel aus dem Bart und erzählte von “Krupuk“, Indonesischen Krabbenchips. Schnell war ein neues Produkt erfunden.

Werner Lauenroth Krabbenchips

Doch Werner ward Angst und Bange: Ist der deutsche Markt denn reif für so eine Exotische Spezialität? Vermutlich war an ihm völlig vorbeigegangen, dass man statt deutscher Chiochips inzwischen zu Nacho-Käse-Chips und gesalzenem Popkorn griff. Werner wollte sicher sein, dass er den fragilen deutschen Geschmack nicht vergrätzte. Also griff er tief ins teutonische Wunderkistchen und liess von seinem Volkswagen-Diesel das gute Schleswig-Holsteinische Rapsöl ab, und briet die armen Krabbenchips darin aus, eben für den guten deutschen Geschmack. Anschliessen lehnte er selbige noch an “einem original indonesischen Rezept an” – für die gute deutsche Exotik.

Werner Lauenroth Krabbenchips

Und die Moral von der Geschicht: Wenn man seinen Gästen Krupuk anbieten möchte und die erste Reaktion ist : “Das sind doch Verpackungsfluppies aus der Industrie?” weil der gute deutsche Rapsölgeschmack so dermassen nach Terpentin stinkt, dass die Dinger nur noch als ungenissbar zu deklarieren sind, dann war das wohl ein teutonischer Fehlgriff ins germanische Spezialiätenregal.

Ab jetzt nur noch die guten aus dem Asialaden. Versprochen. Und sollte Herr Lauenroth auf meine eMail bezüglich seiner internationalen Geschmacksverirrung antworten, halt ich euch auf dem Laufenden.

5 Responses so far.

  1. Christian sagt:

    Da muss ich zustimmen. Ich hatte die auch schonmal in der Hand und kam genau dazu (auch wenn mir vehement davon abgeraten wurde) ein Exemplar zu probieren. Ich bin ja bereit, fast alles mal zu probieren, aber diese Dinger rochen und schmeckten meiner Meinung nach nur nach ranzigem Öl.
    Da schließe ich mich Sebi an und bleibe lieber bei den “Originalen” – beziehungsweise den Exemplaren, die nicht “für den deutschen Geschmack” angepasst wurden.

  2. marco sagt:

    auch von hier absoulute zustimmung, der deutsche geschmack ist in meinem gaumen anscheinend ebenfalls nicht vorhanden…

  3. Kirsten sagt:

    “In Anlehnung an einem original indonenischen Rezept”?! Schon aufgrund dieser Recht(?)schreibung hätt ichs nicht gekauft. :-)

  4. sebi sagt:

    Ich bin ja ein grosser Freund von solchen Aufdrucken :) Auch Legastheniker können kochen… manchmal… :)

  5. blog2de blog2de sagt:

    [New Post] Indonesien, Bundesland Schleswig-Holstein – via #twitoaster http://blog2.de/archiv/140
    via Twitoaster

Leave a Reply