Reiner Fakeman und die Googleability
Schlag ich doch die Wirtschaftswoche (zumindest virtuell) auf und lese über Reiner Fakeman. Die Visage des vom Redakteur Jochen Mai erfundenen fiktiven Googleability-Testers taucht momentan immer öfter im Netz auf. Und als ich länger auf sein Profil starrte, fiel es mir wieder ein: Den Kerl hast du schonmal gesehen. Und zwar Anfang des Jahres in Beijing, als wir Ihn zufälligerweise in einem Markt trafen.

Da hat er grade für 200 Yuan - umgerechnet knapp 20 Euro - gefälschte Markenklamotten von der glücklichen Chinesin erstanden. Ob es noch andere Taten oder Dienste gab, die das nachhaltige Lächeln auslösten, ist mir natürlich nicht bekannt. Aber nach wilden Ekszessen auf einer Feier ist ihm wohl so einiges zuzutrauen.
Ich erinnere mich noch, dass wir nach einem ausgelassenen Gespräch über die Vorteile der Globalisierung und den T-Shirtpreisen in Beijing kurz über Ego-Googlen gesprochen hatten, und inwiefern die ganzen alten Datenspruren im Internet sich später mal als Karrierekiller erweisen können. Das Internet vereinfacht das Sammeln von Daten dermassen, dass z.B. das Profil eines Bewerbers in Minuten zusammengeklickt ist, hunderte von Seiten wie stayfriends, social networks wie xing oder linkedin aber auch der google-Cache oder archive.org erweisen sich als auskunftsfreudige Datenspender.
Genau das ist ja zum Beispiel bereits einem anderen Reiner zum Verhängnis geworden, der “Schlapphut” Reiner M., der dank Google als Agent zurückverfolgt werden konnte.
Problematisch wird es da, wo ungewollte Namensgleichheit auf fragwürdige Gästebucheinträge oder andere Maluspunkte trifft. Wer nach mir googlet, findet auch so einiges. Einiges davon ist auf meinen Mist gewachsen, auf anderes wäre ich stolz, wenn es auf meinen Mist gewachsen wäre - und für einiges müsste ich anderen Namensträgern eigentlich den Namen entziehen lassen können. Hoffen wir, dass die Datamining-Agenturen ihr Handwerk verstehen und gut auswählen - denn das Profilieren anhand frei verfügbarer Daten werden wir wohl nicht verhindern können. Somit lohnt es sich, schon frühzeitig ein wenig Ego-Googlen zu betreiben und unliebsame Einträge nach Möglichkeit im Vorfeld zu verändern. z.B. durch Löschaufträge im Google Cache.

November 25th, 2006 at 17:08
Rainer kommt mir sehr bekannt vor - v. a. unterhalb der halslinie - habe ich eigentlich ein recht am eigenen körper?
November 25th, 2006 at 17:13
Leibeigenschaft? Wurde glaube ich abgeschafft…
November 25th, 2006 at 19:46
ich fühle mich so … benutzt…