Auf dem Plakat hier draussen steht “Sebastian Gerhard – Best of Blog (Glossen)”.
In der Version des Plakats die mir Frank davor zugesandt hatte stand dort “Virtuelles Tagebuch” als Rechtfertigung, wieso ich sie hier 20 Minuten lang vom Cappucinokuchen abhalten darf.
Mit Poesie und Lyrik hab ich eigentlich gar nicht viel am Hut – und von Tagebüchern hab ich nie was gehalten. Ich hatte mal eins als ich zwölf war, sie wissen schon, die Zeit, in der man eine Zahnspange trägt und einen niemand küssen wollte – ähm, schöne an Blogs ist, das man einen Satz einfach löschen kann und keiner hats gemerkt –
Ich hatte also mal ein Tagebuch als ich zwölf war, sie wissen schon – die Zeit, in der man die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern trägt, was sich bis heute in meiner Wirbelsäule widerspiegelt.
Und nach zwei drei Tagen hab ich gelernt das sich an Teenager-Problemen nichts ändert wenn man sie aufschreibt, ausser dass die Schwester irgendwann das Tagebuch liest und man wochenlang dem Gespött der Umgebung ausgesetzt ist.
Das war auch der Zeitpunkt, als ich mir das erste mal ernsthaft Gedanken über Verschlüsselungstechniken für Dateien auf dem Computer machte – und das war auch der Zeitpunkt, an dem eine Barbiepuppe meiner Schwester auf einmal eine modische quitschgrüne Kurzhaarfrisur trug und bis heute nicht geklärt wurde wie es dazu kommen konnte.
Wie sie schon merken, lese ich Ihnen hier bereits vor – das liegt nicht daran, das ich nicht frei reden könnte – ob ich das tatsächlich könnte – das werden sie heute abend nicht mehr herausfinden, sondern das liegt eher daran, das wir Blogschreiber immer froh sind, wenn wir eine Geschichte zum veröffentlichen haben. Während ich Ihnen dies hier also vorlese, lesen gleichzeitig etliche zehne mein Webblog. Nein, keine Dentalhartgebilde in der Mundhöhle sondern “zehne” als Plural von zehn. Was für ein Hässliches Wort, aber ich musste es ebengrade sozusagen aus der Not heraus gebären.
Ja, in meinem Ohr schreit es auch noch.
Ich würde auch wirklich gerne sagen, das Hunderte oder Tausende den Text lesen, aber realistisch gesehen sind es wirklich eher zehne – was aber auch gar nichts macht.
Denn eben grade hat mein Blog ganz automatisch diesen Text hier für die Allgemeinheit im Internet veröffentlich. Wenn ich Ihnen also zu schnell oder zu undeutlich rede, können Sie alles in Ruhe nachlesen. Wenn ich von anderen Webseiten spreche, finden sie im Netz einen Link zu diesen und wenn sie mir nach dem Text gehörig die Meinung sagen wollen können Sie das natürlich auch. Wobei ich im Interesse aller Anderter gleich sage, das ich mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln hier bin und Racheaktionen an Internetaffin-aussehenden Autos den falschen treffen werden.
Blogschreiben ist sowas wie selbsttherapierende Gegenwartsbewältigung für Profilneurotische Pseudojournalisten mit omnipräsenten Narzißmus im Herzen und einem Unfehlbarkeitsdogmaähnlichem Absolutheitsanspruch in den Fingern. Hui was fürn Satz. Da sehen sie mal, wieso es Sinn macht, Blogs selber zu lesen, dann kann man man so einen Satz nämlich einfach auslassen oder ihn sezieren, in Ruhe Rechtschreibfehler, Syntaktik- und Logikfehler suchen oder ihn einfach auswendiglernen und lässig bei der nächsten Party in die Runde werfen.
Blogbeiträge können ellenlos lang sein, wie dieser hier, den sie grade hören. Oder kurz und prägnant, wie der folgende aus dem Blog “Der Kutter”
Dort war im September letzten Jahres zu lesen:
Ein Anliegen, für das ich seit geraumer Zeit eintrete, ist die Befreiung des Zwar vom Zwang des Abers. Das mag zwar vielen ungewohnt und falsch erscheinen.
Sowas finde ich grossartig. Genauso grossartig wie der volle Name des Blogs: Der Kutter – Verdrängung ist, was uns über Wasser hält.
Sowieso sind viele Blogger sehr Wortkreativ, was die Benennung angeht. Da gibt es den mehrzweckbeutel (Magazin für nonlineare Lebensführung) und das medienrauschen, den Abspannsitzenbleiber und “Indiskretion Ehrensache” – Übrigens das Blog eines Handelsblatt-Journalisten oder das der Welt-Zeitung namens “Was mit Medien” – angelehnt an den Berufswunsch einer ganzen Generation. Mein Blog heisst übrigens „Blog2.de“ und hat den Untertitel „Wo kommen wir her? – Wo gehen wir hin? Was tun wir anschliessend? Und was kostet der Spass?“.
Aber die Blogosphäre – so nennt man das Gesamtgefüge aller Blogs und die komische Welt, in der man sich liest und verlinkt, lebt vor allen von Tausenden von kleinen Blogs – Leuten wie du und ich, die über banale, alltägliche Sachen schreiben. Mit Beiträgen wie “Kasimir-Leon war heute das erste mal auf alleine auf dem Pott” oder “Mir ist vorhin ein Glas runtergefallen, auf meinen Zeh, und nun hab ich Schmerzen, aber es ist niemand da, der mich bemitleiden kann, hilfe, ich Glaube das blutet sogar, eventuell sollte ich zum Arzt gehen, vielleicht tut der wirklich noch länger so weh, mensch und wenn ich nun ohnmächtig werde liege ich wochenlang alleine in der Wohnung rum und niemand findet mich und dann gehen meine Blumen ein und der Briefkasten quillt über, wobei – das aber das macht nix, da sind eh immer nur Rechnungen und Werbung drin, aber vielleicht schreibt mir ja jemand und dann kriege ich das erst viel zu spät mit …” naja und so weiter
Man braucht also wenig voraussetzungen, um zu bloggen. Man sollte noch zwei drei Finger haben und ebensoviele aktive Gehirnzellen, das reicht schon vollkommen aus. Den Leser zwingt ja niemand zu lesen. Wenn einem nix einfällt, bloggt man z.B. einfach, dass die Erbeere gar keine solche ist, sondern eine Sammelnussfrucht. Und weil die Beiträge mit einer Kommentierungfunktion versehen ist, lernt man von dem Herrn, der da drüben am Tisch sitzt, das ferner die Brom- und Himbeeren Sammelsteinfrüchte und Äpfel gar Sammelbalgfrüchte sind, und sie unterscheiden sich durch den zentralen Achsenzapfen oder einem Achsenbecher wie bei den Sammelsteinfrüchten. So etwas muss niemand wissen, aber wenn mans weiss, hat man keine Angst mehr vor Günther Jauch. Angeben war gestern, heute nennt sich das Bloggen.
In einem Blogbeitrag muss man sich nicht an Konventionen halten: An dieser Stelle übermittele ich im Beitrag im Netz und auch hier vor Ort liebe Grüße von meiner Mutter an Christel Dehne hier im Saal. Stellen Sie sich das mal bei der Tagesschau vor.
Jedes Thema, das einen selbst beschäftigt, ist schreibenswert.
Manchmal stösst man auch auf etwas im Netz, was man gerne weiterverbreiten würde. So fand ich mal die Ministry of Reshelving, also das Ministerium fürs umsortieren :
The Ministry of Reshelving
Netzmenschen müssen manchmal raus – ob sie wollen oder nicht. Man kann das Einsen-und-Nullen-Paradies eben nicht ein Leben lang bewohnen. Sei es, dass man an akuter Nahrungsinsuffizienz leidet, genetische Vormodelle ihre “runde” Releasedatumswiederkehr feiern möchten, oder die eigene Frau eine betaversion seiner selbst als Hardcopy erstellt – die Realität ist unvermeidbar. Doch es gibt auch spannende Dinge, die man in der hochauflösenden Sperrzone für Sauerstoffallergiker anstellen kann. Die “Ministry of Reshelving” hat es sich zum Ziel gemacht, eine Kulturrevolution durch das “reshelving” – also das umsortieren – auszulösen. Jeder, der ein klein bischen den Che Guevara in sich trägt, wird aufgerufen den Buchladen seines Missvertrauens aufzusuchen und die Kopien von George Orwells 1984 zu lokalisieren. Dann werden diese still und heimlich in die passendere Kategorie “Non-Fiktion”, “Wahre Verbrechen” oder “Politik” einsortiert.
Da, wo meine Eltern noch nach Indien hätten fahren müssen um auf hohen Bergen unter Einfluss von Sauerstoffmangel und Drogen mit Namen, die heute niemand mehr aussprechen kann irgendwelchen Gurus lauschen zu müssen um hier dann durch kollektives Singen dort erlernter Jimi-Hendrix-Songs im Nepalesischen Urtext das Establishment zu destabiliseren reicht heutzutage ein kurzes Kulturattentat im Buchladen um die Ecke. Danke, liebe Einsen und Nullen. Ich bin dann mal kurz bei Schmorl und von Seefeld…
Ich möchte Ihnen nun einen Text kredenzen, den ich kurz vor der Bundestagswahl 2005 geschrieben habe.
Die Bundestagswahl und Facharbeiter für Besitzstandsveränderungen
Ich habe heute Nacht schlecht geträumt. Nämlich von der Zeit nach der Bundestagswahl.
Wir schreiben November 2005, inzwischen träumt ganz Deutschland schlecht – am helligten Tag. Natürlich haben wir es dem Schröder so richtig gezeigt und die blöde Merkel gewählt.
Natürlich haben ein paar Sachsen auf dem Wahlzettel das “S” von “SPD” durchgestrichen und ein “N” darübergekritzelt. Natürlich grinst Edmund “ähhhh” Stoiber dass sich die Hirnschale hebt, denn sein Merkelchen wusste gar nicht wie ihr geschah, als Ede ein Gläschen Champagner öffnete und verkündete “Ähhh Mir san nu Pundeskanzler”. Damit meinte er natürlich nicht sich, sondern die nun offiziell durch die Merkel impersonalisierte Nation von Protestwählern.
Gerhard Schörder hingegen sitzt mit seinen Genossen in Hannover auf dem Balkon von Götz von Fromberg, und sinniert Rauchschwaden paffend über die schöne Zeit als Kanzler und erwähnt im Kreise der Freunde leise, dass er eigentlich auch keine Lust mehr hatte.
Am nächsten Tag kostet das Brot 5 cent mehr. Nachdem das Volk auf 20% Mehrwertsteuer vorbereitet wurde hat man vorerst die 18% durchgesetzt.
- Dazu muss jetzt ich Rückblickend sagen, das es mir hier beim schreiben eindeutig an Pessimismus mangelte -
Wir haben im EU-Vergleich ja noch viel aufzuholen, sagen die Politiker. Dass im EU-Vergleich die Abgaben und Nebenkosten bei uns auch deutlich höher sind, hätte die Bildzeitung zu SPD-Zeiten ruhig mal drucken können. In der Rüstungsindustrie geht ein Grossauftrag nach dem anderen ein, die Wehrpflicht wird verschärft und eine Zivildienststelle nach der anderen eingespart. Ein eigens eingerichteter “Heimatschutzbeauftragter” bezieht ein Büro in Berlin Mitte. Natürlich mit Luftschutzbunker – mit gutem Beispiel voran. Während ein bis dato unbekannter CDU-Politiker mit dem Vorschlag, Kreuze in allen Schulen aufzuhängen und die Schüler das Vater Unser beten lassen zu müssen für Furore sorgt.
Angeblich unterstützen die ersten Einheiten deutscher Elitesoldaten die Amerikaner in geheimen Missionen in Libyen und dem Iran.
Das Bundesverteidigungsministerium dementiert lautstark und die Bildzeitung druckt Fotos von den Jungs.
Eine frisch eingesetze Sonderkommission mit dem Internen Kürzel “Dreck am Stecken” durchforstet die SPD-Hinterlassenschaften nach kleinen Ungereimtheiten, die dann durch unbeschreiblichen Zufall kurz vor der nächsten Wahl herauskommen sollen. Sonderlich Erfolgreich sind Sie dabei nicht, denn der Suchbegriff “Bimbes” ist wohl wirklich nur in CDU-Kreisen unterhalb des Weisswurstäquators gebräuchlich. Zumindest konnten in einem Keller einer SPD-Kreiszentrale in Biberaubach bei Uelzen zwei leere Koffer gefunden werden. Die Bildzeitung meldet noch am gleichen Tag, das in der Nähe von Peking ein Sack Yasminreis den Kräften der Schwerkraft unterlag.
Edmung Stoibers erster Auslandsbesuch – natürlich an der Seite seiner Merkelmarionette – gilt den USA. Bush empfängt beide herzig, danach geht man jagen in den Blue Ridge Mountains, Tony Blair kommt auch noch kurzfristig dazu und man unterschreibt ein paar unsinnige Vereinbarungen, an die sich nichteinmal die Bildzeitung am nächsten Tag erinnert. In Deutschland hingegen macht sich erster Protest gegen die auf 25 Euro erhöhte Praxisgebühr breit. Zum Glück gibts Ausnahmeregelungen, denn die fällt inzwischen nur noch an, wenn man im Krankenhaus auch wirklich ein Bett abbekommt – in Zeiten drastischer Kürzungen im Gesundheitssektor keine Selbstverständlichkeit mehr. Da sich in der gesetzlichen Krankenkasse scheinbar eine kleine Finanzierungslücke offenbart hat, empfiehlt sogar der Gesundheitsminister, Angebote der Privaten Krankenkassen einzuholen. Das hat die Privaten Krankenkassen einige Aufenthalte von ganzen Ministerheerschaaren auf den Seychellen gekostet, aber was tut man nicht alles fürs Geschäft. Und dank der Spitzensteuersatzsenkung bleibt dem Durchschnittsminister noch ein beachtliches Taschengeld in den beachtlichen Taschen übrig.
Ein Bild-Reporter findet auf der Toilette im Bundeskanzleramt ein Notizbuch eines Ministers, in dem für 2006 acht mal “Diätenerhöhung durchsetzen” eingetragen ist. Wie sich später herausstellt, ist das Buch von Konrad Kujau im Auftrag der Titanic gefälscht.
Im Dezember gibt es ganz überraschend für die Minister eine Diätenerhöhung, dank einer strategisch gut geplanten Pressesause im anderen Teil von Berlin ist an dem Tag aber kein nennenswerter Journalist im Plenarsaal anwesend, so dass der SPD-Nahe Biberaubacher Sauenanzeiger relativ unbeachtet eine Protestkolumne schreibt.
Die Sonderkommission “Dreck am Stecken” hat inzwischen mal etwas produktives geleistet und den CDU-wählenden Bruder von Peter Hartz ausfindig gemacht, der mit dem Bruder von Gerhard Schröder – als Grosse Koalition sozusagen – eine Getränkebude auf Mallorca führte. Damit die sozial unterprivilegierte Mittelschicht mit Tagesfreizeit nicht umdenken muss, wird Hartz 6 eingeführt. Im Prinzip geht es dabei nur um Kürzungen, die als “Ausgleichsumschichtungen zur Stärkung der Gleichberechtigung bei sozialen Leistungsempfängern” deklariert wird. Die Bild erklärt missmutig, das es nun weniger Geld gibt und sich sonst nix ändert. Der Preis für eine Bildzeitung wird nun doch erst eine Woche später um 20 cent angehoben.
Nachdem die überraschend aktiven Rentner, die bis vor kurzem noch in inzwischen geschlossenen Pflegeheimen untergebracht waren zusammen mit den durch Stellenkürzungen betroffenen Ex-Zivis täglich den Berliner Verkehr mit Demonstrationen lahmlegen, erwägt das Heimatschutzreferat, die frisch trainierten Bundeswehrler spasseshalber mal aufmarschieren zu lassen. Dies wird in letzter Sekunde durch einen Ex-Stasi-General verhindert, der mit dem Argument punktet: “die grösstenteils senilen Protestanten würden eh nicht weit laufen da sie sich von ihrer Rente keine Rückfahrkarte für die Tram leisten könnten” Der Vorsitzende ruft vorsorglich bei der Gauckbehörde an und lässt sich die Akte des Mitarbeiters schicken.
Inzwischen wird die Lage so prekär, das Polnische Facharbeiter für Besitzstandsveränderungen nach Ungarn umsiedeln, weil sich die Leute dort wenigstens noch Autos leisten können. Etwas gutes hatte “Die Wende Teil 2″ dann doch Edmund hat Angie zum Promifriseur Udo Walz geschleppt, und ihr eine fesche Dauerwelle verpasst. Man munkelt, das dies Teil der Geheimverträge mit den USA war, aber kein Journalist traut sich auf der Bundespressekonferenz nachzufragen.
Fazit: Willkommen Bundestagswahl. Jeder nur ein Kreuz und den Stift dalassen.
Passend dazu ein Text vom November 2005, als deutschland etwas ziellos im Nachwahl-Machtvakuum nach einer funktionsfähigen Koalition suchte:
Wenn ihr mich fragt…
… würd ichs mir überlegen. Irgendwie nehme ich Müntefering es nicht ab, dass er so spontan keinen Bock mehr darauf hat, Bundeskanzler zu werden. Ist es das Schröder-Syndrom? Oder wäre dafür der Abgang nicht furios genug gewesen – “Das ist das schönste Amt neben dem des Papstes – Vorsitzender der SPD zu sein”. Stellvertreter auf Erden reicht ihm wohl nicht ganz.
Passend zum Politischen Exodus ist sich nun auch Stoiber nicht mehr sicher, ob er überhaupt noch nach Berlin will.
Schröder is weg, Münte is weg, Stoiber hat auch nicht mehr so richtig Lust – die MS Deutschland dümpelt führerlos durch die Weltgeschichte. führerlos – Oops, bin ich schon jung genug, um dieses Wort wieder verwenden zu dürfen? Gemeint ist, das wir ein Führungskompetenzproblem erster Güte haben. Eigentlich sehen wir ein bischen aus wie Amerika. Keiner fühlt sich so richtig verantwortlich und das Oberhampelmännchen verlässt sich zu 90 Prozent auf die Berater, die nach Lust und Laune ge-hired & fired werden.
Irgendwie ist das nicht die Grosse Koalition, die ich vor ein paar Wochen auf meinem Zettelchen angekreuzt habe. Schröders Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsstärke und Stringenz gepaart mit guten christdemokratischen Grundsatzentscheidungen – Dies auf Kosten des Wegfalls der Grünen Komponente, damit hätte ich leben können.
Szenenwechsel: Fussball-WM Endspiel, TSV SPD gegen SC CDU. Es steht 2:2, nach Chancen führt die SPD. Aber Chancen stehen nicht in der Tabelle. Nachdem Stürmer Schröder schon zur Halbzeit einen Sessel auf den Platz tragen liess und mit einer Cohiba nur noch Kommentiert statt zu spielen, hat sich Ede Stoiber, der gegnerische Stürmer- eine urbayrische Traditionspfeife angesteckt, und sinniert über Immobilien statt über taktische Schachzüge. Der Keeper der SPD, Müntefering, verlässt eine Viertelstunde nach der Halbzeit den Platz und im Prinzip stöckeln und stokeln nur noch Angie und Westerwelle auf dem Platz rum. Westerwelle? Ja, der wollte auch mal wieder mitspielen. Nachdem sie Bisky im Umkleideraum die Hosen runtergezogen und seine Klamotten versteckt haben, hat sich Spass-Guido einfach gedacht, er tue mal so als ob er dazugehöre. Tut er ja sonst auch.
Armes Deutschland. Was du jetzt brauchst, wäre eine Vitaminkur mit jungen Politikern, mit Ideen und Visionen. Mit Prinzipien und Plänen. Da sich ja sonst keiner mehr kümmert – Bewerbungen nehme ich gerne entgegen.
Passend dazu gab es gleich danach eine Pressemitteilung:
adhoc Meldung: 2005-11-01 20:00 Uhr
Sehr geehrte Investoren,
der Vorstand der Deutschland GmbH gibt nach dem gestrigen Rücktritt Münteferings bekannt, dass auch das designierte Vorstandsmitglied Stoiber vom angedachten Posten zurücktritt. Genaugenommen besteht der Vorstand momentan aus verschiedenen Praktikanten, zwei Aushilfskräften sowie einem ehemaligem Hausmeister im Ruhestand. Interimsvorsitz führt die ehemalige Chefsekräterin Stoibers, Frau Merkel.
Grund für die Rücktritte sei ein allgemeiner Führungsverdruss und die Tatsache, dass das Unternehmen Deutschland GmbH sich momentan in einer schwierigen Wirtschaftlichen Lage befinde, so die Vermutung einer Putzkraft, die Aushilfsweise die Wirtschaftsabteilung leitet. “Die Tatsache, dass statt den üblichen Machtkämpfen zwischen den Abteilungen nun auf einmal real gearbeitet werden müsse habe den grössten Teil der Führungsetage schlicht überfordert” kommentiert ein Heizungsmechaniker, der mit niedriegerer Raumtemperatur gegen den behördlich verordneten Dauerschlaf in der Buchhaltung ankämpfen möchte.
Auf der Suche nach Insolvenzantrags-Anmeldeformularen resignierte Bodo D., ex-Fachkraft für hygienische Raumkosmetik, nun Assistent der Geschäftsführung.
Trotz desolater Wirtschaftslage und ständig wachsendem Schuldenberg wären die Insolvenzformulare nicht aufzutreiben. “Ob er keine anderen Sorgen hätte – das war schon immer so und das wird auch so bleiben” meinte Hartmut K. der vor kurzem seinen Job als Moderator einer Sendung des Uelzener Bürgerfunks zugunsten einer Pressesprecherstelle aufgab.
Interimsgeschäftsführerin Merkel kündigte eine Aktienzusammenlegung an, um die massiven Kursverluste der letzten Wochen optisch auzufangen und gab eine erneute Gewinnwarnung aus. Ab dem 01.01.2006 wird der Euro bundeseinheitlich mit 1.95583 multipliziert, um ihn wertiger erscheinen zu lassen. So hätten die Bundesbürger “gefühlt fast doppelt so viel in der Tasche wie zuvor”, so Frau Merkel. Die Idee dazu hatte sie, als sie eine Pizza telefonisch ordern wollte und die Menükarte von 1998 mit den heutigen Preisen unverändert übereinstimmte.
Gerüchte, dass das zurückgetretene Vorstandsmitglied Stoiber mit einer Untergrundgruppe die Monarchie wieder einführen wolle, dementiert Toilettenwart Hertha K., die demnächst in das Presseresort wechseln wird. Der Webmaster Lutz Nerd bestätigte, dass die Domains www.Fürst-Edmund.de und www.Kaiser-Ede.de heute registriert wurden.
Im Grunde genommen sind 90% meiner Beiträge auf dem Blog aber nicht politisch-satirisch sondern eher banal. Da geht es um Computerkrams, andere Webseiten, kleine Skandale in der Blogosphäre und all sowas – aber die sind halt erzählt und für sich genommen nicht so unterhaltsam.
Ich würd mich freuen, wenn sie mich mal anklicken.
Nachtrag: Verlinkungen werden morgen eingebaut, ist ein bischen Stressig geworden am Ende
Rechtschreibkorrektur darf jeder selber für sich machen, war doch grade Ostern.
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 



Facebook
Flickr
LinkedIn
Twitter
Xing
Vielen herzlichen Dank.
Es hat mir ausgesprochen gut gefallen. Und mit der Zeit hast Du auch erstaunlich gut kalkuliert.
CU
Bester Sebi,
danke! Es war gut, dass Du den Schluss und Höhepunkt bildetest, und es gibt, wenn ich das richtig einschätze, einige mehr, die nun angesprochen sind, Blogs wahrzunehmen.
Sozusagen “offline” Werbung für ein werbefreies Online-Angebot. Die von Düften umworbene Internet-Gemeinde schlägt zurück, wirbt die noch nicht-Bolg-Community mit einem attraktiven Angebot, gerade weil es so werbefrei und persönlich ist.
Wenn das kein Cross-Marketing der anderen Art ist.
Gruß
Frank
Hallöchen!
Mir hat das gestern auch super-gut gefallen!
War wirklich das i-Tüpfelchen des Abends.
Das Essen war natürlich auch lecker!
Liebe Grüße!
[...] sollten die Texte ferner noch nicht veröffentlicht worden sein. Und so ließ er seinen Artikel zeitgleich mit seinem Vortrag in seinem Blog erscheinen, so dass er zu Beginn der Lesung [...]
Dichterische Präzision!
Ich möchte hinzufügen, dass Dein Tagebuch, welches ein Pferdeanlitz ziert, leider nicht ergiebig genug war (ein dreiseitiger Versuch ein paar Emotionen zu verbalisieren, die wie ich meine, unsere Eltern davon abhalten sollten, sich zu sorgen, dass Du kein normaler problembelasteter Jugendlicher sein würdest), um es in der Kindergang zu publizieren.
Schließlich warst Du als Jugendlicher –im Gegensatz zu heute- ein Wesen, dass sowieso unabhängig von der Meinung anderer existierte. (Cf. >Narzissmus
Das Barbiephänomen basiert hingegen auf der Tatsache, dass es sich um Deine Puppe handelte, die Du Dir zum Geburtstag gewünscht hattest und ich mir dessen bewusst war, dass sie emotional besser mit einer neuen Trendfrisur umgehen könne, als es mein kopfloser Ken oder meine 2m-lang-Haar-Skipper gekonnt hätten. (Leider habe ich die Eigenschaft des erfolgreichen Trendsetters erst später von unserem Vater übernommen.)
In Zukunft möchte ich bitte an Kuchen oder ähnlichen Vergütungen beteiligt werden.
Dein Schwesterherz
Christian Dating Service – What You Must Know About Christian Dating Online…
You can easily find the Christian love and friendship you seek online now with photos and profiles and through Christian message boards. It’s been more than ten years that Christian dating services have been available online. Many personals and dating…
[New Post] Lecker Lyrik – oder “Wieviele Zeilen haben 20 Minuten?” – via #twitoaster http://blog2.de/archiv/289
via Twitoaster