Netzmenschen müssen manchmal raus – ob sie wollen oder nicht. Man kann das Einsen-und-Nullen-Paradies eben nicht ein Leben lang bewohnen. Sei es, dass man an akuter Nahrungsinsuffizienz leidet, genetische Vormodelle ihre “runde” Releasedatumswiederkehr feiern möchten, oder die eigene Frau eine betaversion seiner selbst als Hardcopy erstellt – die Realität ist unvermeidbar. Doch es gibt auch spannende Dinge, die man in der hochauflösenden Sperrzone für Sauerstoffallergiker anstellen kann. Die “Ministry of Reshelving” hat es sich zum Ziel gemacht, eine Kulturrevolution durch das “reshelving” auszulösen. Jeder, der ein klein bischen den Che Guevara in sich trägt, wird aufgerufen den Buchladen seines Missvertrauens aufzusuchen und die Kopien von George Orwells 1984 zu lokalisieren. Dann werden diese still und heimlich in die passendere Kategorie “Non-Fiktion”, “Wahre Verbrechen” oder “Politik” einsortiert.
Da, wo meine Eltern noch nach Indien hätten fahren müssen um auf hohen Bergen unter Einfluss von Sauerstoffmangel und Drogen mit Namen, die heute niemand mehr aussprechen kann irgendwelchen Gurus lauschen zu müssen um hier dann durch kollektives Singen dort erlernter Jimi-Hendrix-Songs im Nepalesischen Urtext das Establishment zu destabiliseren reicht heutzutage ein kurzes Kulturattentat im Buchladen um die Ecke. Danke, liebe Einsen und Nullen. Ich bin dann mal kurz bei Schmorl und von Seefeld…
P.S.: Mein Vorschlag für den nächsten Chaos Computer Congress: Kulturrelokation bei amazon.de …
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 



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