Willkommen auf blog2.de

Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking.
Ich freue mich immer über neue Kontakte - Wenn du mit mir über ein Projekt sprechen möchtest, eine Anmerkung hast oder dich einfach auf einen Kaffee treffen möchtest, schreib mir eine eMail an mail@blog2.de, oder sprich mich auf einem der vielen Sozialen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn an - ich freu mich drauf.

Sebastian Gerhard
3

Die Unfaehigkeit der Politik mit dem Medium Internet umzugehen

Anno Domini 2009, der 12. des April in allgemein by Sebastian

Puh – das war knapp. Grade noch rechtzeitig hat die Fachbereichsleiterin des Jugendamts Dortmund Elisabeth Hoppe ein grausames Blutbad verhindern können. In der ersten Osterwoche hatten Terroristen Jugendliche in einem Terrorcamp einer Jugendfreizeitstätte in Hombruch bei Dortmund einen Anschlag ein LARP geplant. Ein LARP ist ein Live Action RolePlay – auf Deutsch mehr oder weniger originalgetreu verkleidete Jugendliche – Ritter und Magier, Elfen und Prinzessinnen – die ums Lagerfeuer sitzen und bei Met und Traubensaft so tun als wärs Mittelalter.
Geplant war auch ein Schwertkampfduell – mit Plastikschwertern. Da gingen im Jugendamt die roten Lampen an – die Veranstaltung wurde erstmal auf Eis gelegt. „Nach dem Amoklauf von Winnenden muss das Konzept noch einmal auf den Prüfstand”, so Frau Hoppe.


Wilder Aktionismus an allen Fronten – man muss ja was tun.  Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU)  merkte ja neulich zu einem ähnlichem Thema an:

“Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man sich im politischen Berlin weitgehend einig ist, Kinderpornographie im Internet zu verbieten und das mit allen Mitteln auch konsequent durchsetzen will, dies aber bei Gewalt verherrlichenden und extrem grausamen Killerspielen nicht möglich sein soll.”

Unterstellen wir ihm mal eine gehörige Portion bayrischem Wahlkampfpopulismus, bleibt trotzdem noch der Nachgeschmack der Gleichstellung beider “Delikte” – Fairerweise sollte man dann aber Terroristenausbildungscamps – ähm ich meine Schützenvereine auch verbieten. Vielleicht ein eigenes Guantanamo auf Rügen dafür einrichten?

Die aktuelle “Sperrung” von Wikileaks.de durch die DeNIC zeigt einmal mehr die Unfähigkeit der deutschen Politik, mit dem Medium Internet umzugehen. “Die Domain verweist auf Links, die auf verbotene Inhalte verweisen. Was können wir dagegen tun?” “Na abschalten natürlich” “Oh Prima, dann ist das Problem ja aus der Welt”. Erstens interessiert sich kaum jemand (von der Aufgebrachten Userschaft und der Presse mal abgesehen) für die Sperre – wer zur Webseite will kann jederzeit statt ein .de ein .org dranhängen oder eine von hunderten Ausweichdomains eintippen, die aus Solidarität angelegt worden sind. Zweitens geht es ja eigentlich um die Unterbindung von Kinderpornographie, und da mutet diese Massnahme an wie das Verbrennen aller Telefonbücher zur Eindämmung des weltweiten Terrorismus. Macht viel Rauch und hat keine Auswirkungen auf die Ursache. Liebe Politiker, beschäftigt euch bitte mit den Medien, mit denen Ihr es zu tun habt. Dafür wählen wir euch, nicht für kopflosen Aktionismus.

Frohe Ostern.


3 Responses so far.

  1. blog2de blog2de sagt:

    [New Post] Die Unfaehigkeit der Politik mit dem Medium Internet umzugehen – via #twitoaster http://blog2.de/archiv/434
    via Twitoaster

Leave a Reply