
Beim Webmontag in Hannover hat heute Robert Basic ein grobes Konzept für Buzzriders vorgestellt. So wie ich das verstanden habe, ist das “worum gehts” für Ihn eigentlich ziemlich unerheblich. Er beschreibt es zwar als “Lokalisiertes Portal für alles mögliche, gemacht von der Hausfrau für die Hausfrau”, aber viel wichtiger scheint ihm zu sein, das es die Kerngedanken des Webs wiederspiegelt: Open Source, von der Community iniitiert und getragen, von allen für alle. Das klingt ein wenig nach Lokaler Digitaler Anarchie Zwei Punkt Null, und dazu passen auch die Slides von Robert wie “Fuck HTML – ich nenn das jetzt Hyper-Human-Markup-Language HHML” (wofür er aber auch tatsächlich 5 Euro ins Badwords-Schweinderl gegeben hat – insgesamt 25 EUR über den Abend verteilt).
Die Idee zur Re-Lokalisierung des Web ist eine unabwendbare Evolution des Netzes. Zuerst war die mögliche Globalisierung der Hype – die ganze Welt war auf einmal nur einen Mausklick entfernt – und nun geht der Trend wieder in die andere Richtung, meine reale lokale Welt soll genauso vernetzt werden wie die Welt an sich es ist. Der Gedanke von Buzzriders ist also ein Schritt in die richtige Richtung, Trendwärts.
Die Frage ist gar nicht, ob die Welt ein Lokalisten-Wer-kennt-wen-StudiVZ-Xing-Twitter-Flickr-Mashup wirklich braucht, sondern ob Robert es schafft, die Userschaft so anzufixen, das sie auf den Zug aufspringt und selber einen Erfolg daraus kreiert. Er betonte mehrmals, das ihm Strukturen und herkömmliche Planungsdenke eigentlich völlig am allerwertesten vorbeigehen und betonte Mozilla als grosses Vorbild, was Arbeitsstrukturen und Transparenz der Firmengemeinschaft angeht.
Konkret zu sehen gab es wunderschöne handgefertigte Skizzen, die er wohl gestern Nacht noch mit seiner Ex-Frau gepinselt hat, was ihn gleich animierte, zu erwähnen das Hochglanz-Profi-Slides auch wieder fürs Hinterteil wären. Hier offenbarte sich auch gleich eine Schwachstelle des Projekts: Einerseits wünscht sich Robert eine tatkräftige Community die kostenlos aus ideologischer Begeisterung mit anpackt, andererseits sieht er von vorneherein Werbetweets, Werbeblöcke und -banner vor, und damit eine kommerzielle Ausrichtung des Konzepts. Das geht meiner Meinung nach nicht zusammen – Entweder wir glauben zusammen an etwas und opfern uns in der Freizeit dafür auf oder wir verdienen zusammen an etwas Geld. Ich glaube nicht, das die Wikipedia da wäre, wo sie jetzt ist, wenn es von vorneherein Werbebanner gegeben hätte. Nach der Frage aus dem Publikum wie er sich das denn vorstelle mit den kostenlosen Communityarbeitern und dem eventuell bei Erfolg hereinströmenden Geld erwiderte Robert er würde nicht so weit planen.
Immerhin hat er einen überströmenden Enthusiasmus für die Sache, von der er noch gar nicht recht weiss, was es eigentlich werden soll, den Bonus, das sein Name bekannt ist und so sicher einfacher an Kooperationen kommt als ein Unbekanntes Startup – und ein Händchen für die Webweite Communities. Ich bin gespannt was er am Ende aus dem Hut zaubert. Er fährt nun erstmal “alleinstehende Hausfrauen besuchen”, denn die hätten ja bekanntlich “viel Zeit” und wären “viel besser vernetzt als so mancher Mann”. Denn Buzzriders baut er ja “nicht als gigantische Penisverlängerung”. Die zündende “Boah”-Idee hat mir aber irgendwie gefehlt, und momentan sieht das ganze ein bischen altbacken und unkreativ aus, aber mehr als zwei kleine Skizzen und einen überschäumenden Robert Basic hab ich noch nicht gesehen – hoffen wir das da noch was kommt.
Und während ich noch Bilder vom Webmontag hochgeschoben hab, hat mein Fast-Namensvetter Sebastian Gerhards bereits gebloggt.
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 



Facebook
Flickr
LinkedIn
Twitter
Xing
Ich persönlich halte die Idee gar nicht für so schlecht. Eine Seite, auf welcher alle regionalen Informationen zusammengetragen werden, sah ich bisher noch nie und könnte für die Leute in den Städten sicher interessant sein.
Ich würde es schätzen, auf einen Blick in kleinen 160-Zeichen Messages zu sehen, was alles so los ist in der Ortschaft. Und dann gleich noch zu sehen, wer alles aus derselben Region da ist usw.
Mir fällt als Zielgruppe hauptsächlich Junge Menschen ein, da diese oft schneller in der Lage sind, ein solches System zu bedienen. Aber die haben ja schon ihre Partyportale. Deine Kritik ist also schon erlaubt….
Robert Basic im Video-Interview mit turi2.tv über Buzzriders: http://arm.in/2mQ
[New Post] Buzzriders – via #twitoaster http://blog2.de/archiv/442
via Twitoaster