Achtung, viel Text voraus. Warum uns eine Deflation erwartet:
Die Notenbanken betreiben momentan eine expansive Geldpolitik und die Politik hat verschiedene Konjunkturaufheiterungsprogramme ersonnen, die durch frische Schulden finanziert werden sollen. Dabei ist unsere Inflationsrate auf einem Rekordniedrigstand, im Eurobereich momentan sogar schon im negativen Bereich.
Inflation ist der Anstieg des Preisniveaus für Güter und damit einhergegend die Entwertung des Papiergelds. Die Menge an von der Notenbank ausgegebenem Geld steigt schneller als die Menge der produzierten Güter und Dienstleistungen. Wenn dann die Nachfrage grösser ist als das Angebot an Waren und Dienstleistungen, steigen die Preise – und das Szenario geht einher mit einem schnellen Geldumlauf, Geld wird also nicht gespart, sondern möglichst schnell ausgegeben, weil erwartet wird das man schon morgen weniger für sein Geld bekommt.
Dieses Szenario eines expansiven Wirtschaftsumfelds haben wir aber derzeit gar nicht – Geld ist einfach nicht im Überfluss vorhanden, die Löhne sind nicht überzogen hoch, und es wird momentan auf vielen Gebieten sehr zurückhaltend konsumiert. Wir haben also weder stark steigende Nachfrage noch stark steigende Preise.
Aber die Notenbanken haben doch den Wirtschaftskreislauf mit Unmengen von frischem Geld überschwemmt? Das Geld der Rettungsmassnahmen betrifft hauptsächlich den grösstenteils in sich abgeschlossenen Bankenfinanzkreislauf. Keine Bank zahlt wegen der Massnahmen höhere Löhne oder deutlich höhere Zinsen an den Kunden aus. Auch die Kreditzinsen sinken im Vergleich sehr moderat. Insgesamt kommt das Geld gar nicht bei den Firmen und beim Konsumenten in einem
Masse an, dass die Wirtschaft nachhaltig angeregt werden könnte.
Was ist nun die Deflation? Ein Strudel aus sinkenden Preisen mit einer starken Preiskonkurrenz, die zu schrumpfenden Gewinn bei den Unternehmen führt. Typische Symptome sind Firmenpleiten, Massenentlassungen, Eindämmung von Expansionsplänen, Lohnkürzungen und Konsumrezession. Der Konsument denkt, er sollte sein Geld lieber horten, da er morgen eh günstiger einkaufen kann und die Zeiten schlechter werden.
Status Quo: Die Preise sinken.
Aktuelle Indikatoren:
1. Preise: Sie sinken bereits. Im Juni wurde zum ersten mal eine negative Inflation für die Eurozone
registriert.
2. Auftragslage: Laut IHK sinken die Auftragseingänge in Deutschland in den meisten Branchen rapide. Im Anlagen- und Maschinenbau haben sich die Auftragseingägnge in den vergangenen Monaten halbiert.
3.Kredite: Die Konditionen für Kredite und auch die Vergabepraxis der Banken hat sich nicht positiv verändert. Aus Angst vor Ausfällen wird in der momentanen Situation die Kreditvergabe sogar noch verschärft, das Unheilvolle Wort
“Kreditklemme” wird von vielen bereits ausgesprochen.
Eine der gefährlichsten Auswirkungen der Deflation ist der Wertsteigernde Effekt des Geldes: Denn nicht nur das Liquide Geld im Umlauf steigt im Wert, uch die Schulden eines Staates steigen im Wert, und erhöhen damit die Gefahr einer Staatspleite die in der Eurozone nicht mehr lokal begrenzt ist, sondern immer auch den Euro an sich beschädigen wird.
Heilsamer wäre eine Inflation, die sich durch einen radikalen Währungsschnitt mit einer neuen Währung beheben liesse – aber auch dies würde den betreffenden Staat aus der Eurozone herauskatapultieren.
Auch wenn eine Inflation momentan wünschenswerter wäre stehen die Anzeichen meiner Meinung nach auf Deflation.
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 


[New Post] Die Deflation steht vor der Tuer – via #twitoaster http://blog2.de/archiv/452