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Sebastian Gerhard
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Coldplay vs. Al-Fotografida

Anno Domini 2009, der 17. des August in allgemein, fotos by Sebastian

The Photographs are approved for publication once in the following publications only [...];

1.You hereby transfer and assign to us with full title guarantee the entire copyright and all extensions and renewals throughout the world (including by way of present assignment of future rights) and all rights of a similar nature in the Photographs.

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4.We shall not exploit the Photographs other than by way of the rights granted to you hereunder without your consent. [Wie auch, sind ja alle Rechte schon abgetreten.

5.We shall be entitled to assign transfer sub-license mortgage charge or otherwise dispose of our rights hereunder to any person or entity without reference to you.

6.This Agreement shall be governed by the laws of England and Wales and the courts in London shall have exclusive jurisdiction to determine all matters arising hereunder.

Hervorhebungen und Kommentare von mir. Klingt ein wenig wie “Wir alles, du nix, aber sag Danke das wir dich zum Konzert überhaupt reinlassen.” Generelle Frage: Warum haben Managements kein Interesse mehr an einer Verbreitung von guten Fotos? Beim lesen der Verträge drängt sich der Verdacht auf, das Pressefotografen bei Konzerten eher als Al-Fotografida-Guerilla gesehen werden denn als Partner. Faktisch ist es ja so, das der Konzertfotograf davon lebt, seine Bilder nach dem Konzert möglichst vielen Redaktionen verkaufen zu wollen. Dieses Geschäftsmodell wird aber konsequent durch vorherige Rechtebegrenzung auf nur ein Medium ausgehebelt, so das eine möglichst minimale Verbreitung der Bilder angestrebt wird.

13 Responses so far.

  1. Ich frage mich auch die ganze Zeit, was das Management davon hat, die Berichterstattung quasi zu unterbinden. Die Mediale Verbreitung ist doch wichtig und ein professioneller Fotograf macht normalerweise keine so schlechten Fotos, das es zum Nachteil für die Künstler werden könnte. Ich kommuniziere die Einschränkungen jetzt regelmäßig öffentlich, damit die Leser wissen, warum es eben keine oder wenige Fotos gibt. Hier z.B: http://blog.happyarts.de/2488/joe-jackson-in-der-kulturarena

  2. c-v sagt:

    nette Antwort: Leider koennen wir die Bedingungen nicht akzeptieren und lehnen daher die Unterzeichnung des Vertrages ab.

    freche Antwort: Macht Euren Sche*ss doch alleine…

    ehrliche Antwort: F*CK Y0U!

    Hoffentlich unterschreiben das moeglichst wenige Fotografen, ich befuerchte allerdings dass sich wieder ein paar ”’Kollegen”’ drauf einlassen…….

  3. derhenry sagt:

    Ich denke mal, dass da Rechte teilweise auch exklusiv verkauft werden, oder? Und diesen Kameraden möchte man dann natürlich etwas unter die Arme greifen, indem man der Konkurrenz Knüppel zwischen die Beine wirft. Oder?

  4. kriki sagt:

    Das Problem ist, dass die exklusiv jedenfalls eigene Leute mit dabei haben, denen sie anscheinend mehr vertrauen:
    http://www.coldplay.com/newsdetail.php?id=466
    Diese Bilder sind wohl von einem begleitenden Kameramann für (ich meine es so verstanden zu haben) die DVD Produktion, der natürlich auch manchmal Zeit hat, Stills zu machen, weil andere Leute die Video-Kameras führen.

    Ich finds alles echt traurig!

  5. MarinaAB1968 sagt:

    Ich würde mal gerne wissen, warum überhaupt soviel Wirbel um die bekloppten Verträge gemacht wird. Entweder sind die kompl. oder zum größten Teil überhaupt nicht rechtens, jedenfalls in Deutschland. Mal abgesehen davon, dass es kein Copyright in Deutschland gibt, es noch nicht mal einen unterzeichneten Vertrag von der “Gegenseite” gibt und auf Grund so eines “Vertrages” ist auch noch niemand verklagt worden. Es kann eben nicht, alles mögliche in einen Vertrag geschrieben werden. Also mal schön locker bleiben !

  6. Peter sagt:

    @MarinaAB1968: doch, leider sind solche Verträge auch gültig. Du kannst in Deutschland alles per Vertrag regeln, so lange es nicht gegen die guten Sitten verstößt. Nennt sich Vertragsfreiheit. Kannst Du ja bei Gelegenheit mal nachlesen. Und wenn es um die Einschränkung der Pressefreiheit geht, würde ich den Hinweis “locker bleiben” lieber nicht mehr lesen müssen…

  7. sebi sagt:

    @Marina Es geht darum, was sich die Managements denken erlauben zu können und was mit deutschem (Urheber-)Recht vereinbar ist. Stell dir vor du bist auf einem Empfang in Deutschland einer [beliebige Bananendiktatur einsetzen]-Regierung und grade als du an dein Glas klopst um eine Rede zu halten, tippt dir wer auf die Schulter und sagt: “Sorry, die Meinungsfreiheit haben wir hier abgeschafft, ich hab ihnen hier was ausgedruckt, was sie jetzt vorlesen”.

    Dank der guten Kooperation des Managements mit dem Veranstalter (der meistens das Hausrecht hält und somit weitgehend beeinflussen kann, wer überhaupt reingelassen wird) ist das Urheberrecht aushebelbar gewoden. Das Management sagt: “hier ist unser vertrag, ihr dürft nur reinlassen wer ihn unterschreibt” und der veranstalter folgt, weil er gerne auch nächstes jahr noch an dem Act verdienen möchte.

  8. MarinaAB1968 sagt:

    Vertragsfreiheit bedeutet eben, dass man zwar alles reinschreiben darf aber das der Vertrag dann noch lange nicht gültig ist. Wenn was von copyright & co. geschrieben steht, pech, ist in Deutschland eben nicht gültig. Ganz einfach! Das hat nicht nur was “mit den guten Sitten” zu tun sondern vor allem was mit gültigem Recht in Deutschland und eben das zählt immer noch mehr als jede Phantasieklausel oder “Hausrecht”. Abgesehen davon ist die “Amstsprache” in Deutschland immer noch Deutsch und nicht Englisch.

    Ja natürlich darf der, der das Hausrecht hat bestimmen, wer rein darf !
    Wäre ja noch schöner, wenn das anders wäre und Konzerte sind auch immer noch “private Veranstaltungen”.

    Was hat Urheberrecht mit Meinungsfreiheit zu tun !?

    Der Punkt ist doch, dass viele Medien am rumjammern sind, aber sich trotzdem nicht dem verweigern, was ihnen angeblich so gegen den Strich geht, weil es eben ganz knall hart ums Geschäft geht. Versuche doch mal eine richtig heftige Story in einen großen Tageszeitung zu veröffentlichen, die gegen eine der Firmen geht, die ziemlich große Summen in Werbung bei euch investieren. Da wirst Du aber mal schön vom Chefred. zurückgepfiffen, besonders wenn der einen netten Anruf bekommen hat. Alles scheinheilige Spinner !

    Und noch was zu den armen Veranstalter in Deutschland. Es ist Weltweit bekannt, dass Du in Deutschland richtig gute Geschäfte machen und Garantien und Gagen verlangen kannst, wie sonst nirgendwo. Komischerweise findet sich in Deutschland IMMER einer, der sich darauf einläßt. Dabei wird zusätzlich noch gesponsort bis zum abwinken und mit “Fressbuden” und Merchandising auch noch verdient. Siehe da, auch die, sind selber Schuld… aber rumjammern können sie wie alle anderen richtig gut !

  9. MarinaAB1968 sagt:

    Ach, den DJV hatte ich vergessen ;-)
    Gibt mir eigentlich regelmäßig eine Bestätigung, warum der Laden soviele Mitglieder verliert. Der allerletzte Verein. Große Schnautze und nix dahinter !

  10. c-v sagt:

    wenn die eigene/n Fotografen dabei haben -meinetwegen. Wenn die *deswegen* keine anderen Fotografen zulassen – wenn sie denn meinen (siehe “Killers”).

    Aber diese Eierei mit den Rechten ist doch nur laecherlich (und dann eigentlich ja auch unnoertig, oder vertrauen sie ihren eigenen Fotografen eben doch *nicht*?)

    c-v

  11. Frank Weber sagt:

    Mir scheint es sinnvoll, das auch wirtschaftlich zu betrachten: Wenn die Markthemmnisse zu groß werden, weil man als Photograph mit den Bildern nichts mehr verdienen kann, dann ist das eben kein verkäufliches Produkt. Fertig.
    Wenn dennoch Leute hingehen oder die Agenturbilder der Managements (bzw. deren ausgesuchter Photographen) in die Presse kommen, ist mir das recht. Spart Euch Geld und Zeit (keine Verträge studieren, nicht zu den Veranstaltungen hingehen…)
    Für mich ist auch aus anderen Gründen der Markt der journalistischen Bilder immer weniger interessant, weil der Umgang mit Bildern (Veränderungen, Manipulationen, Qualitätsveränderungen) einfach so weit weg ist von meinen Vorstellungen, dass ich lieber auf die Kleinauflage feiner Bilder setze. Klar, das ist ein ganz anderes Modell und hat deutlich geringere Reichweiten.
    Vor Jahren habe ich mal eine kleine Ausstellung mit “Tonwert-Partituren” gemacht, denn lange habe ich auch in Konzerten photographiert. – Das war für mich der Punkt, an dem ich damit dann aufgehört habe. In der Ausstellung hingen viele Live-Bilder, seit dem habe ich weiter Musikschaffende photographiert, aber dann unter Bedingungen, die ich kontrollieren konnte (also mit Studioblitzen, mit Mittelformat oder Großbild, …) Und die Anwendung sind dann ggf. auch mal CD-Drucksachen oder so, vor allem geht es mir aber um die 24 x 30 oder grö0eren Baryt Handabzüge.
    Klar ist das nicht die Lösung des Problems, und schon gar nicht für alle. Aber: Wenn der Markt in einem Bereich Hindernisse errichtet, dann finde ich es legitim, darauf hinzuweisen. Das aber ist nur der erste Schritt. Ein weiterer könnte es sein, neue Marktnischen zu entdecken.
    Gruß
    Frank

  12. sebi sagt:

    @frank vielleicht sollten wir fotografen aufhören, ständig zu denken wir wären künstler, und die veranstalter aufhören, ständig zu denken wir wären dienstleister. :)

  13. blog2de blog2de sagt:

    [New Post] Coldplay vs. Al-Fotografida – via #twitoaster http://blog2.de/archiv/462
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