… würd ichs mir überlegen. Irgendwie nehme ich ihm nicht ab, dass Müntefering so spontan keine Böcke mehr hatte. Ist es das Schröder-Syndrom? Oder wäre dafür der Abgang nicht furios genug gewesen – “Das ist das schönste Amt neben dem Papst – Vorsitzender der SPD zu sein”. Wenn schon, dann Vorsitzender statt Stellvertreter.
Passend zum Politischen Exodus ist sich nun auch Stoiber nicht mehr sicher, ob er überhaupt noch nach Berlin will.
Schröder is weg, Münte is weg, Stoiber hat auch nicht mehr so richtig Lust – die MS Deutschland dümpelt führerlos durch die Weltgeschichte. Oops, bin ich schon jung genug, um dieses Wort wieder verwenden zu dürfen? Gemeint ist, das wir ein Führungskompetenzproblem erster Güte haben. Eigentlich sehen wir ein bischen aus wie Amerika. Keiner fühlt sich so richtig verantwortlich und das Oberhampelmännchen verlässt sich zu 90 Prozent auf die Berater, die nach Lust und Laune ge-hired & fired werden.
Irgendwie ist das nicht die Grosse Koalition, die ich vor ein paar Wochen auf meinem Zettelchen angekreuzt habe. Schröders Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsstärke und Stringenz gepaart mit guten christdemokratischen Grundsatzentscheidungen – Dies auf Kosten des Wegfalls der Grünen Komponente, damit hätte ich leben können.
Szenenwechsel: Fussball-WM Endspiel, TSV SPD gegen SC CDU. Es steht 2:2, nach Chancen führt die SPD. Aber Chancen stehen nicht in der Tabelle. Nachdem Stürmer Schröder schon zur Halbzeit einen Sessel auf den Platz tragen liess und mit einer Cohiba nur noch Kommentiert statt zu spielen, hat sich Ede Stoiber, der gegnerische Stürmer eine urbayrische Traditionspfeife angesteckt, und sinniert über Immobilien statt über taktische Schachzüge. Der Keeper der SPD, Müntefering, verlässt eine Viertelstunde nach der Halbzeit den Platz und im Prinzip stöckeln und stokeln nur noch Angie und Westerwelle auf dem Platz rum. Westerwelle? Ja, der wollte auch mal wieder mitspielen. Nachdem sie Bisky im Umkleideraum die Hosen runtergezogen und seine Klamotten versteckt haben, hat sich Spass-Guido einfach gedacht, er tue mal so als ob er dazugehöre. Tut er ja sonst auch.
Armes Deutschland. Was du jetzt brauchst, wäre eine Vitaminkur mit jungen Politikern, mit Ideen und Visionen. Mit Prinzipien und Plänen. Da sich ja sonst keiner mehr kümmert – Bewerbungen nehme ich gerne entgegen.
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 



Facebook
Flickr
LinkedIn
Twitter
Xing
Wenn es denn nicht so traurig wäre, hätte man beim Schmunzeln auch kein so schlechtes Gefühl.
Auf in die Zukunft.
–
Ach ja, a propos Schiff:
Bureaucrats do not change the course of the ship of state. They merely adjust the compass.