Google StreetView kommt. Die Datenkrake aus Mountain View, Kalifornien wird mit Fotoaufnahmen von unseren Strassen in 20 Deutschen Städten beginnen, darunter auch Hannover. Politiker versuchten das zu verhindern, verlangen die Einrichtung von Widerspruchsmöglichkeiten, Überprüften die Street-View-Cars. Die Welle der politischen Entrüstung liest sich wie eine Brandbrief für die Persönlichkeitsrechte der Öffentlichkeit. Und hier liegt das Problem: Neu ist nur, dass Google Daten in organisierter und strukturierter Form leicht benutzbar sammelt – denn eine wirkliche rechtliche Grundlage, die Aufnahmen zu verhindern gibt es nicht – zum Glück. Denn die Öffentlichkeit hat keine Persönlichkeitsrechte. Was in den Diskussionen oft unter den Tisch fällt: Würde man Google das Fotografieren von öffentlichen Ansichten im Rahmen der Panoramafreiheit verbieten können, würde das auch bedeuten, dass jegliche andere Fotos in der Öffentlichkeit potentiell verboten sein könnten. Hier geht es also um etwas anderes: Darf ein privates, amerikanisches Unternehmen umfassender frei zugängliche Daten sammeln als bisher vorhanden? Und diese Frage muss ganz klar bejaht werden. Nur weil es bisher niemand anderes gemacht hat, darf es nicht verboten werden. Der Frontbumpersticker fasst es treffend zusammen: “Im Grunde ein Treppenwitz der Geschichte: die weltweite Datenkrake Google setzt in Deutschland Bürgerrechte gegen deutsche Politiker durch, die in ihrem Wahn glauben, sie täten das Beste für ihre Wähler. Was für eine Welt!” Dem ist nichts hinzuzufügen.
Warum Google unsere Bürgerrechte durchsetzt
Urheberrecht ist nichts fürs Landgericht Hamburg
Den Glauben an Gerechtigkeit in der Rechtssprechung hab ich ja schon vor Jahren verloren. Das Landgericht Hamburg setzt nun aktuell einen drauf: Bei Gary Busch wurde ich auf das Urteil vom 16.06. des LG Hamburgs aufmerksam, in dem es darum geht, ob die Personensuchmaschine 123people.de Bilder von Personen, die diese öffentlich im Netz ausgestellt haben, nutzen darf. “Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass das streitgegenständliche Bild der Klägerin im Internet frei zugänglich und vor allem mit der Einwilligung der Klägerin eingestellt worden sei.” Wohlgemerkt nicht auf der Seite 123people eingestellt, sondern auf einer Dritten Seite.
Liebes Landgericht Hamburg, … mehr »
Die RIAA und ihre Rechtskosten
Das Blog “RecordingIndustryvspeople” hat authentisch aussehende Dokumente aufgetan, die belegen, dass die RIAA – die Recording Industry Association of America, bekannt für das verklagen ihrer Kunden wegen Herunterladens von Musik aus dem Internet – in 2008 insgesamt mehr als 16 Millionen USD an Ihre Anwälte gezahlt hat, auf der Einnahmenseite aus nur 391.000 USD aus gewonnenen Klagen erzielt hat. 2007 sah das mit 21 Millionen USD an Anwälte zu 515.929 USD aus Klagen ähnlich aus, auch 2006 lief schon so: 19 Millionen USD “legal fees” zu 455.000 USD aus “recovered from legal claims”. … mehr »
Lecker Lyrik – oder “Wieviele Zeilen haben 20 Minuten?”
Auf dem Plakat hier draussen steht “Sebastian Gerhard – Best of Blog (Glossen)”.
In der Version des Plakats die mir Frank davor zugesandt hatte stand dort “Virtuelles Tagebuch” als Rechtfertigung, wieso ich sie hier 20 Minuten lang vom Cappucinokuchen abhalten darf.
Mit Poesie und Lyrik hab ich eigentlich gar nicht viel am Hut – und von Tagebüchern hab ich nie was gehalten. Ich hatte mal eins als ich zwölf war, sie wissen schon, die Zeit, in der man eine Zahnspange trägt und einen niemand küssen wollte – ähm, schöne an Blogs ist, das man einen Satz einfach löschen kann und keiner hats gemerkt –
Weniger-Wert-Steuer und andere Maerchen
Hochniveau ist aufgefallen, dass sich die Umsatzsteuererhöhung von momentanen 16% auf 19% wie eine Erhöhung um 19% anfühlt. Da ich das schon öfters gelesen habe: Da fühlt ihr eigentlich ganz richtig. Denn ab 01.01.07 zahlen wir 18,75 % mehr Umsatzsteuer als vorher. (16*1,1875=19). Fett krass, oder? Danke für diesen Konjunkturkiller, liebe Regierung.
Kleines Land im Herzen Europas…
adhoc Meldung: 2005-11-01 21:12 Uhr
Hedda W., Näherin im Ruhestand und Ex-Kantinenchefin hatte eine glorreiche Idee zur Stabilisierung der Wirtschaftslage:

Pressemitteilung
adhoc Meldung: 2005-11-01 20:00 Uhr
Sehr geehrte Investoren,
der Vorstand der Deutschland GmbH gibt nach dem gestrigen Rücktritt Münteferings bekannt, dass auch das designierte Vorstandsmitglied Stoiber vom angedachten Posten zurücktritt. Genaugenommen besteht der Vorstand momentan aus verschiedenen Praktikanten, zwei Aushilfskräften sowie einem ehemaligem Hausmeister im Ruhestand. Interimsvorsitz führt die ehemalige Chefsekräterin Stoibers, Frau Merkel.
Grund für die Rücktritte sei ein allgemeiner Führungsverdruss und die Tatsache, dass das Unternehmen Deutschland GmbH sich momentan in einer schwierigen Wirtschaftlichen Lage befinde, so die Vermutung einer Putzkraft, die Aushilfsweise die Wirtschaftsabteilung leitet. “Die Tatsache, dass statt den üblichen Machtkämpfen zwischen den Abteilungen nun auf einmal real gearbeitet werden müsse habe den grössten Teil der Führungsetage schlicht überfordert” kommentiert ein Heizungsmechaniker, der mit niedriegerer Raumtemperatur gegen den behördlich verordneten Dauerschlaf in der Buchhaltung ankämpfen möchte.
Auf der Suche nach Insolvenzantrags-Anmeldeformularen resignierte Bodo D., ex-Fachkraft für hygienische Raumkosmetik, nun Assistent der Geschäftsführung. Trotz desolater Wirtschaftslage und ständig wachsendem Schuldenberg wären die Insolvenzformulare nicht aufzutreiben. “Ob er keine anderen Sorgen hätte – das war schon immer so und das wird auch so bleiben” meinte Hartmut K. der vor kurzem seinen Job als Moderator einer Sendung des Uelzener Bürgerfunks zugunsten einer Pressesprecherstelle aufgab.
Interimsgeschäftsführerin Merkel kündigte eine Aktienzusammenlegung an, um die massiven Kursverluste der letzten Wochen optisch auzufangen und gab eine erneute Gewinnwarnung aus. Ab dem 01.01.2006 wird der Euro bundeseinheitlich mit 1.95583 multipliziert, um ihn wertiger erscheinen zu lassen. So hätten die Bundesbürger “gefühlt fast doppelt so viel in der Tasche wie zuvor”, so Frau Merkel. Die Idee dazu hatte sie, als sie eine Pizza telefonisch ordern wollte und die Menükarte von 1998 mit den heutigen Preisen unverändert übereinstimmte.
Gerüchte, dass das zurückgetretene Vorstandsmitglied Stoiber mit einer Untergrundgruppe die Monarchie wieder einführen wolle, dementiert Toilettenwart Hertha K., die demnächst in das Presseresort wechseln wird. Der Webmaster Lutz Nerd bestätigte, dass die Domains www.Fürst-Edmund.de und www.Kaiser-Ede.de heute registriert wurden.
Wenn ihr mich fragt…
… würd ichs mir überlegen. Irgendwie nehme ich ihm nicht ab, dass Müntefering so spontan keine Böcke mehr hatte. Ist es das Schröder-Syndrom? Oder wäre dafür der Abgang nicht furios genug gewesen – “Das ist das schönste Amt neben dem Papst – Vorsitzender der SPD zu sein”. Wenn schon, dann Vorsitzender statt Stellvertreter.
Passend zum Politischen Exodus ist sich nun auch Stoiber nicht mehr sicher, ob er überhaupt noch nach Berlin will.
Schröder is weg, Münte is weg, Stoiber hat auch nicht mehr so richtig Lust – die MS Deutschland dümpelt führerlos durch die Weltgeschichte. Oops, bin ich schon jung genug, um dieses Wort wieder verwenden zu dürfen? Gemeint ist, das wir ein Führungskompetenzproblem erster Güte haben. Eigentlich sehen wir ein bischen aus wie Amerika. Keiner fühlt sich so richtig verantwortlich und das Oberhampelmännchen verlässt sich zu 90 Prozent auf die Berater, die nach Lust und Laune ge-hired & fired werden.
Irgendwie ist das nicht die Grosse Koalition, die ich vor ein paar Wochen auf meinem Zettelchen angekreuzt habe. Schröders Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsstärke und Stringenz gepaart mit guten christdemokratischen Grundsatzentscheidungen – Dies auf Kosten des Wegfalls der Grünen Komponente, damit hätte ich leben können.
Szenenwechsel: Fussball-WM Endspiel, TSV SPD gegen SC CDU. Es steht 2:2, nach Chancen führt die SPD. Aber Chancen stehen nicht in der Tabelle. Nachdem Stürmer Schröder schon zur Halbzeit einen Sessel auf den Platz tragen liess und mit einer Cohiba nur noch Kommentiert statt zu spielen, hat sich Ede Stoiber, der gegnerische Stürmer eine urbayrische Traditionspfeife angesteckt, und sinniert über Immobilien statt über taktische Schachzüge. Der Keeper der SPD, Müntefering, verlässt eine Viertelstunde nach der Halbzeit den Platz und im Prinzip stöckeln und stokeln nur noch Angie und Westerwelle auf dem Platz rum. Westerwelle? Ja, der wollte auch mal wieder mitspielen. Nachdem sie Bisky im Umkleideraum die Hosen runtergezogen und seine Klamotten versteckt haben, hat sich Spass-Guido einfach gedacht, er tue mal so als ob er dazugehöre. Tut er ja sonst auch.
Armes Deutschland. Was du jetzt brauchst, wäre eine Vitaminkur mit jungen Politikern, mit Ideen und Visionen. Mit Prinzipien und Plänen. Da sich ja sonst keiner mehr kümmert – Bewerbungen nehme ich gerne entgegen.
Daumenschraubendiscount und Ablassbriefe in der Familienpackung
Mit Verwunderung beobachtet ein Protestant aus der Ex-Expo-Hauptstadt die Jugendvölkerwanderung nach Köln. Das dunkelste Mittelalter hält Einzug in den Dom und die Medien. Der ernannte Stellvertreter Gottes auf Erden ist ja bekanntlich eh schon unfehlbar (darf ein Papst eigentlich bei Lotterien mitmachen?) und nun gibts auch noch einen Wundersamen Bonus für die Pilger: Wo bei “unserem” evangelischen Kirchentag hässliche – aber harmlose – Halstücher verteilt worden sind, schenkt der Papa seinem Gefolge einen totalen Sündenablass. Moment, nochmal nachlesen, ja, da steht es Wortwörtlich:
Plenaria conceditur christifidelibus Indulgentia, lucranda suetis sub condicionibus (sacramentali nempe Confessione, eucharistica Communione ac oratione ad mentem Summi Pontificis), animo quidem elongato ab affectu erga quodcumque peccatum, si quot ex sacris functionibus, decursu “XX Mundialis Iuventutis Diei” Coloniae celebrandis, necnon sollemni eiusdem conclusioni attente ac religiose interfuerint. [...] Datum Romae, ex aedibus Paenitentiariae Apostolicae, die 2 mensis Augusti anni 2005, in pia “Portiunculae” memoria.
Natürlich in Latein, was hat das Fussvolk schon zu interessieren, was der Klerus verkündet. Für die nicht-katholiken unter uns: Dem Fegefeuer entgeht, wer die Beichte ablegt, Abkehr von allen Sünden schwört, den Hostienempfang zelebriert und fleissig betet. Wer nur betet, auch dieser Fall von Kleinkatholik ist geregelt, erhält zumindest einen Teilerlass. Ob sich eine Weltjugendtagsinquisition um nicht-beter kümmert, ist nicht erwähnt. Ich vermute mal ja. Ob man mit Streckbänken und Daumenschrauben jetzt wieder Geld verdienen kann?
Besonderen Wert legt Ex-Ratzinger auf “Gebete in der Meinung des heiligen Vaters”. Mann mann mann Gerd, hätteste mal Pope werden sollen statt Kanzler. Stell dir vor, du könntest mal eben so – Grundgesetz Paragraph 1 – anordnen : Jeder hat die SPD zu wählen und ihr nach dem Mund zu reden. DAS ist Demokratie, oder? Der Unterschied ist nur – Katholiken machen, was ihr Papa sagt. Stellt euch das mal bei uns Protestanten vor, Sonntags von der Kanzel: “Liebe Gemeinde, nun betet alle in meiner Meinung. Hier liegen Zettel aus mit meinem Ansichten zur Verwendung der Kollekte, das neue Gesangbuch das ich gut finde, und das wir den Chor abschaffen sollten, der singt gräulich. Achja, und Schwester Hildegard will ich auch ausschliessen, immerhin hat die sich ja scheiden lassen…”
Vodoo-Zauber hin oder her, abenteuerlich ist es schon. Da spricht Kardinal Meisner zu hunderttausenden, ein Mann, der mit seiner Organisation des “Internationalen Mariologischen Arbeitskreises Kevelaer (IMAK)” dem Opus Dei nahe steht. Nun hat er ja nichts mehr zu befürchten, sein Chef Papst Benedikt hat ja auch nichts gegen die Ultrafundamentalisten, die Frauen als minderwertig ansehen, sich geisseln und den totalen Gehorsam unter Abschaltung von Gewissen und Verstand fordern.
Ich als Protestant bin übrigens auch ein Stellvertreter Gottes auf Erden. Na, überrascht, Katholiken? Ja, bei uns ist das Teamarbeit. Sünden vergeben klappt übrigens mit beten – und damit ist nicht das rennen zum katholischen Pseudopsychiater gemeint. Irgendwie verspüre ich den Drang, nach Köln zu fahren, und nochmal Luthers Thesen an den Dom zu tackern. Vielleicht diesmal in Latein, damit die Kirchenoberen auch mitlesen können.

Kriegt Merkel noch die Periode?
Frauen, die die Periode haben, sind ja manchmal etwas emotional herausfordernd für uns Männchen. Wie sieht das aus, wenn selbige Periode 96 Monate dauert – vorausgesetzt die Merkel verliert nicht auch ihr selbstvertrauen . Ob sie gar in die Wechseljahre kommt – so wie die PDS – respektive die neue rechtsunterwanderte Linkspartei in Namensangelegenheiten? So einen PR-Blödsinn müssen wir im kurzfristig angesetzten powerwahlkampf ertragen, während echte Politik niemanden mehr interessiert. Das Verfassungsgericht hat festgestellt, dass Norbert Blüms Ausspruch “Die Renten sind sicher” nur bis zum Jahrgang 1979 reicht. Denn die Generationen danach kriegen weniger raus als sie einzahlen. Das ist zwar genauso verfassungswidrig wie Schröders fingierter Rücktritt, aber wen interessiert das denn schon noch im Angesicht des drohenden Merkelschen Schreckens. Kann nicht irgendeine Partei mal kurz ausrufen “Verarscht! Genug der Wahlkampfspässchen – wir haben tatsächlich mal ein Konzept mitgebracht, mit dem wir Deutschland sanieren und den Haushalt in Ordnung bringen können.”
Harren wir Freitag, High-Noon wenn Köhler beim Schröder hier umme Ecke anruft und ihm sacht : “Gerd, schnapp dir die Doris und viel Spass im Urlaub”.
Ich arbeite seit über 10 Jahren als professioneller Fotograf mit Schwerpunkt Konzertfotografie und bin geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung für Social Media Networking. 




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