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Sebastian Gerhard

Kriegt Merkel noch die Periode?

Posted Juli 20th, 2005 in allgemein, meinung by sebi

Frauen, die die Periode haben, sind ja manchmal etwas emotional herausfordernd für uns Männchen. Wie sieht das aus, wenn selbige Periode 96 Monate dauert – vorausgesetzt die Merkel verliert nicht auch ihr selbstvertrauen . Ob sie gar in die Wechseljahre kommt – so wie die PDS – respektive die neue rechtsunterwanderte Linkspartei in Namensangelegenheiten? So einen PR-Blödsinn müssen wir im kurzfristig angesetzten powerwahlkampf ertragen, während echte Politik niemanden mehr interessiert. Das Verfassungsgericht hat festgestellt, dass Norbert Blüms Ausspruch “Die Renten sind sicher” nur bis zum Jahrgang 1979 reicht. Denn die Generationen danach kriegen weniger raus als sie einzahlen. Das ist zwar genauso verfassungswidrig wie Schröders fingierter Rücktritt, aber wen interessiert das denn schon noch im Angesicht des drohenden Merkelschen Schreckens. Kann nicht irgendeine Partei mal kurz ausrufen “Verarscht! Genug der Wahlkampfspässchen – wir haben tatsächlich mal ein Konzept mitgebracht, mit dem wir Deutschland sanieren und den Haushalt in Ordnung bringen können.”

Harren wir Freitag, High-Noon wenn Köhler beim Schröder hier umme Ecke anruft und ihm sacht : “Gerd, schnapp dir die Doris und viel Spass im Urlaub”.

Erfolgreich gescheitert

Posted Juli 1st, 2005 in meinung by sebi

Gerhard hats geschafft – Das Recht ist gebeugt, das Vertrauen plangemäss dahin, der Weg zu Neuwahlen frei sofern die Verfassungsrichter nicht noch widersprechen.

Quo vadis Deutschland? Regieren sich die Volksvertreter nur noch selbst? Brecht hat mal wieder recht: Wenn eine Regierung ihre Ablösung durch das Volk fürchtet, dann sollte sie das Volk auflösen und ein neues wählen. Hoffen wir, dass nach dem Machtvakuum ein politischer Urknall kommt, der nicht Biene-Majafarben endet, sondern das Unternehmen Bundesrepublik mit Kompetenz und Zielstrebigkeit mit der Zweifelsfrei vorhandenen positiven Zukunftsperspektive sieht Denn SO schlecht wie die Politker es gern hätten geht’s uns gar nicht…

Die Bundestagswahl und Facharbeiter für Besitzstandsveränderungen

Posted Juni 12th, 2005 in allgemein, meinung by sebi

Ich habe heute nacht schlecht geträumt. Nämlich von der Zeit nach der Bundestagswahl.

Wir schreiben November 2005, inzwischen träumt ganz Deutschland schlecht – am helligten Tag. Natürlich haben wir es dem Schröder so richtig gezeigt und die blöde Merkel gewählt. Natürlich haben ein paar Sachsen auf dem Wahlzettel das “S” von “SPD” durchgestrichen und ein “N” darübergekritzelt. Natürlich grinst Edmund “Honigkuchenmuschi” Stoiber dass sich die Hirnschale hebt, denn sein Merkelchen wusste gar nicht wie ihr geschah, als Edi ein Gläschen Champagner öffnete und verkündete “Mir san Pundeskanzler”. Damit meinte er natürlich nicht sich, sondern die nun offiziell durch die Merkel impersonalisierte Nation von Protestwählern. Gerhard hingegen sitzt mit seinen Genossen in Hannover auf dem Balkon von Götz von Fromberg, und sinniert Rauchschwaden paffend über die schöne Zeit als Kanzler und erwähnt im Kreise der Freunde leise, dass er eigentlich auch keine Lust mehr hatte.

Am nächsten Tag kostet das Brot 3 cent mehr. Nachdem das Volk auf 20% Mehrwertsteuer vorbereitet wurde (“Nein, mit uns wird es so eine Erhöhung nicht geben”) hat man vorerst die 18% durchgesetzt. Wir haben im EU-Vergleich ja noch viel aufzuholen, sagen die Politiker. Dass im EU-Vergleich die Abgaben und Nebenkosten bei uns auch deutlich höher sind, hätte die Bildzeitung zu SPD-Zeiten ruhig mal drucken können. In der Rüstungsindustrie geht ein Grossauftrag nach dem anderen ein, die Wehrpflicht wird verschärft und eine Zivildienststelle nach der anderen eingespart. Ein eigens eingerichteter “Heimatschutzbeauftragter” bezieht ein Büro in Berlin Mitte. Natürlich mit Luftschutzbunker – mit gutem Beispiel voran. Während ein bis dato unbekannter CDU-Politiker mit dem Vorschlag, Kreuze in allen Schulen aufzuhängen und die Schüler das Vater Unser beten lassen zu müssen für Furore sorgt, unterstützen angeblich die ersten Einheiten deutscher Elitesoldaten die Amerikaner in geheimen Missionen in Libyen und dem Iran. Das Bundesverteidigungsministerium dementiert lautstark und die Bildzeitung druckt Fotos von den Jungs. Immerhin wird noch der Beschluss der SPD, beim wählen einen Haken statt einem Kreuz machen zu müssen revidiert.

Eine frisch eingesetze Sonderkommission mit dem Internen Kürzel “Dreck am Stecken” durchforstet die SPD-Hinterlassenschaften nach kleinen Ungereimtheiten, die dann durch unbeschreiblichen Zufall kurz vor der nächsten Wahl herauskommen sollen. Sonderlich Erfolgreich sind Sie dabei nicht, denn der Suchbegriff “Bimbes” ist wohl wirklich nur in CDU-Kreisen unterhalb des Weisswurstäquators gebräuchlich. Zumindest konnten in einem Keller einer SPD-Kreiszentrale in Biberaubach bei Uelzen zwei leere Koffer gefunden werden. Die Bildzeitung meldet noch am gleichen Tag, das in der Nähe von Peking ein Sack Yasminreis den Kräften der Schwerkraft unterlag.

Edmung Stoibers erster Auslandsbesuch – natürlich an der Seite seiner Merkelmarionette – gilt den USA. Bush empfängt beide herzig, danach geht man jagen in den Blue Ridge Mountains, Tony Blair kommt auch noch kurzfristig dazu und man unterschreibt ein paar unsinnige Vereinbarungen, an die sich nichteinmal die Bildzeitung am nächsten Tag erinnert. In Deutschland hingegen macht sich erster Protest gegen die auf 25 Euro erhöhte Praxisgebühr breit. Zum Glück gibts Ausnahmeregelungen, denn die fällt inzwischen nur noch an, wenn man im Krankenhaus auch wirklich ein Bett abbekommt – in Zeiten drastischer Kürzungen im Gesundheitssektor keine Selbstverständlichkeit mehr. Da sich in der gesetzlichen Krankenkasse scheinbar eine kleine Finanzierungslücke offenbart hat, empfiehlt sogar der Gesundheitsminister, Angebote der Privaten Krankenkassen einzuholen. Das hat die Privaten Krankenkassen einige Aufenthalte von ganzen Ministerheerschaaren auf den Seychellen gekostet, aber was tut man nicht alles fürs Geschäft. Und dank der Spitzensteuersatzsenkung bleibt dem Durchschnittsminister noch ein beachtliches Taschengeld in selbiger. Ein Bild-Reporter findet auf der Toilette im Bundeskanzleramt ein Notizbuch eines Ministers, in dem für 2006 acht mal “Diätenerhöhung durchsetzen” eingetragen ist. Wie sich später herausstellt, ist das Buch von Konrad Kujau im Auftrag der Titanic gefälscht. Im Dezember gibt es ganz überraschend für die Minister eine Diätenerhöhung, dank einer strategisch gut geplanten Pressesause im anderen Teil von Berlin ist an dem Tag aber kein nennenswerter Journalist im Plenarsaal anwesend, so dass der SPD-Nahe Biberaubacher Sauenanzeiger relativ unbeachtet eine Protestkolumne schreibt.

Die Sonderkommission “Dreck am Stecken” hat inzwischen mal etwas produktives geleistet und den CDU-wählenden Bruder von Peter Hartz ausfindig gemacht, der mit dem Bruder von Gerhard Schröder – als Grosse Koalition sozusagen – eine Getränkebude auf Mallorca führte. Damit die sozial unterprivilegierte Mittelschicht mit Tagesfreizeit nicht umdenken muss, wird Hartz 6 eingeführt. Im Prinzip geht es dabei nur um Kürzungen, die als “Ausgleichsumschichtungen zur Stärkung der Gleichberechtigung bei sozialen Leistungsempfängern” deklariert wird. Die Bild erklärt missmutig, das es nun weniger Geld gibt und sich sonst nix ändert. Der Preis für eine Bildzeitung wird nun doch erst eine Woche später um 20 cent angehoben.

Nachdem die überraschend aktiven Rentner, die bis vor kurzem noch in inzwischen geschlossenen Pflegeheimen untergebracht waren zusammen mit den durch Stellenkürzungen betroffenen Ex-Zivis täglich den Berliner Verkehr mit Demonstrationen lahmlegen, erwägt das Heimatschutzreferat, die frisch trainierten Bundeswehrler spasseshalber mal aufmarschieren zu lassen. Dies wird in letzter Sekunde durch einen Ex-Stasi-General verhindert, der mit dem Argument, “die grösstenteils senilen Protestanten würden eh nicht weit laufen da sie sich keine Rückfahrkarte für die Tram leisten könnten” punktet. Der Vorsitzende ruft vorsorglich bei der Gauckbehörde an und lässt sich die Akte des Mitarbeiters schicken.

Inzwischen wird die Lage so prekär, das Polnische Facharbeiter für Besitzstandsveränderungen nach Ungarn umsiedeln, weil sich die Leute dort wenigstens noch Autos leisten können. Etwas gutes hatte “Die Wende Teil 2″ dann doch : Edmund hat Angie zu Udo Walz geschleppt, und ihr eine fesche Dauerwelle verpasst. Man munkelt, das dies Teil der Geheimverträge mit den USA war, aber kein Journalist traut sich auf der Bundespressekonferenz nachzufragen.

Fazit: Jeder nur ein Kreuz und den Stift dalassen.

zweimal und nie wieder ?

Posted Mai 22nd, 2005 in meinung by sebi

in irgendeinem bundesland waren heute wahlen. sehr kompetent berichtet [it&w]. in der maastrix ist das thema ein unbedeutender faux-pas der FAZ-Kollegen (entdeckt von wortfeld) . viel spannender als der wechsel von rot zu schwarz ist allerdings die ankündigung der bundesregierung, vorgezogene neuwahlen im herbst durchführen zu wollen – sowas sieht unser grundgesetz gar nicht vor. 1982 hat helmut kohl den kunstgriff gewagt, sich bei der vertrauensfrage von seiner fraktion absichtlich durchfallen zu lassen – aber die verfassungsrichter haben dazu sinngemäss attestiert : “einmal und nie wieder”. mal schauen, was der schröder sich hübsches dazu ausdenkt. wenn politik doch jeden tag so spannend wäre…